„Try not to cry“ – Memes, Männlichkeit und Emotionen

Zur Entstehung von Affektstrukturen in digitalen Bildpraktiken

  • Sascha Oswald Universität Hildesheim

DOI:

https://doi.org/10.15460/kommges.2018.19.2.596

Schlagworte:

Internet, Männlichkeit, Gefühl, Affektivität, Medienkultur, Körperlichkeit, Normsetzung, Normverletzung, Selbsterfahrung, Bildmaterial

Redaktion und Begutachtung

  • Georg Fischer Technische Universität Berlin
  • Lorenz Grünewald-Schukalla HIIG

Abstract

Auf dem Imageboard 9gag.com werden Sprachcodes und popkulturelle Referenzen als Stil­mittel eingesetzt, um ästhetische Wahrnehmungs- und Handlungsräume im Netz zu er­zeu­gen, in denen sich die Nutzenden als Kommunikations- und Sehgemeinschaft erfahren. Die Meme-Kommunikation stellt hier ein prägendes kommunikatives Muster dar. In der Untersuchung des Try not to cry-Memes zeigt der Artikel, wie im Rahmen kollektiver, par­ti­zi­patorischer Bild-Praktiken der Gefühlsausdruck des Weinens und die damit verbundenen Emo­tionen bei Männern erörtert und ausgehandelt werden. Eine besondere Rolle spielen dabei die metak­ommunikativen Funktionen bildspezifischer Eigenschaften und humorvoller Rahmungen, die es den Nutzenden ermöglichen, stigmatisierte Themen zu artikulieren. Der Artikel beschreibt, wie die Meme-Praxis auf 9gag das Reden über männliche Tränen ermöglicht und so einen digitalen Artikulationsraum für männliche Gefühle schafft.

1 Einleitung

Werden in den Medien Geschlechterbilder behandelt, so stehen bislang Wandel und status quo des weiblichen Geschlechterbildes im Fokus. Das mag nicht verwundern: Die spätestens seit dem 19. Jahrhundert zunehmende Thematisierung von Weiblichkeit ist aus einem Kampf gegen die Marginalisierung weiblicher Existenzen hervorgegangen (vgl. Beauvoir 2013) und hat sich historisch als Praxis der kollektiven Ermächtigung und emanzipatorischen Aneignung von geschlecht­licher Identität etabliert. Das Männliche hingegen wurde, zumindest seit der Moder­ne, als das Selbstverständliche und Allgemein-Menschliche (vgl. Simmel 1986) vorausgesetzt und somit einer weitergreifenden Thematisierung entzogen. Zwar rücken, insbesondere im Zuge der von den Gender Studies beförderten Männerforschung, auch das Thema Männlichkeit immer stärker in den Vordergrund, doch zumeist beschränkt sich das Interesse auf gegenwärtige oder historische Männerbilder oder die soziale Organisation von Männlichkeit(en) (vgl. Connell 1999).

Während die Phänomenologie und Psychologie der Weiblichkeit auf eine lange Geschichte zurückblickt (vgl. Riviere 1994; Young 1980; Duden 1987; Gahlings 2016) und die Frage nach Leiblichkeit auch in der Transsexualitätsforschung in den Vordergrund rückt (vgl. Lindemann 2011), werden männliche Affektstrukturen nur selten oder gar nicht thematisiert (vgl. Gugutzer 2016).1 Es herrscht weitgehend Funkstille, wenn es um die leiblich-affektive Erfahrung von Männlichkeit geht. So schreibt der Sport- und Körpersoziologe Robert Gugutzer, dass Männer zwar einen Körper bekommen hätten, “ihren Leib scheinen sie dagegen noch kaum entdeckt zu haben” (2014: 98, Hvhb. SO).2 Die Thematisierung dieses Teils männlicher Lebenswelt ist gesellschaftlich stigmatisiert und wird in der alltäglichen Praxis marginalisiert.3 Gugutzers Diktum, dass Männern die “Sprachfähigkeit hinsichtlich ihrer leiblichen Selbsterfahrungen” (2014: 98) fehle, lässt sich um die Beobachtung erweitern, dass ein solches Sprechen noch immer den Nimbus der ‘Unmännlichkeit’ trägt.4

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der Beitrag mit der Frage, wie in der Netzkultur mit die­sen Restriktionen umgegangen wird und ob sich hier neue (digitale) Artikulationsräume männ­licher Leiblichkeit bilden. Dabei werde ich auf eine ganz spezifische und basale kör­per­liche Ausdrucksform leiblich-affektiver Regung fokussieren: das Weinen. Ich werde heraus­arbeiten, welche Affektstrukturen in der Thematisierung männlichen Weinens durch Memes auf dem Imageboard 9gag gebildet werden. Dabei werde ich zeigen, dass 9gag-Userinnen und -User5 als Kommunikations- und Sehgemeinschaft spezifische Formatvorlagen zur (bild-)sprachlichen Artikulation von Gefühlen nutzen und dadurch emotionale bzw. leibliche Erfahrungsstrukturen ordnen und verorten.

2 Weinen: ein blinder Fleck männlicher Affektkultur?

Weinen ist (wie auch das Lachen) eine Form des körperlichen Ausdrucks, die wir nur bei Menschen finden. Der Philosoph Helmuth Plessner (1970: 143ff.) sieht darin die körperliche Antwort auf den Verlust von Distanz zur Welt – wir weinen, wenn uns etwas zu nahe geht, wenn es uns sprichwörtlich ‘übermannt’. Beim Weinen handelt es sich aber nicht nur um eine rein physische Reaktion. Weinen ist eng verbunden mit Emotionen, die kulturell vermittelt und besetzt sind (wie sich in der Metapher des Übermannens schon andeutet). Es ist gebunden an konkrete Performanzen, Ausdrucksregeln und spezifische Artikulationsräume.

Weinen gilt zumindest in vielen westlichen Kulturen als unmännlich und somit unvereinbar mit einem maskulinen Selbstverständnis. Enklaven einer ‘neuen Männlichkeit’ gibt es zwar seit längerem – so lernt man bspw. in speziellen Männergruppen, wie man seinen Gefühlen freien (oder ‘männlichen’) Lauf lassen kann, ohne den Verlust der eigenen maskulinen Identität befürchten zu müssen (vgl. Meuser 2000). Doch sind diese Räume der Gefühlsartikulation auf wenige Teilnehmer beschränkt und in der Regel kaum sichtbar. Im World Wide Web finden sich hingegen seit geraumer Zeit Bildartefakte, die den weinenden Mann in großer Anzahl und für viele deutlich sichtbar thematisieren. In sogenannten Memes setzen Nutzende sich verstärkt und meist sehr unterschiedlich mit dem Phänomen männlicher Tränen auseinander.

Geht man mit Reckwitz weiter davon aus, dass Emotionen nur im Zusammenspiel “sozial intelligibler Emotionszeichen” und eines “subjektiven Erregungszustandes des Körpers” auftreten (2016: 106),6 dann ist zu erwarten, dass eine Analyse dieser Kommunikate nicht nur Aufschluss über Gefühlsdiskurse, sondern auch über Affektstrukturen gibt. Das heißt selbstverständlich nicht, dass das Schreiben und Reden über oder das Zeigen von Tränen mit dem Vorgang des Weinens zusammenfällt. Es hat jedoch Einfluss darauf, wie und wann sich Personen affizieren lassen und wie und wann sie Emotionen zum Ausdruck bringen (wollen). Die Thematisierung von Affekten sorgt dafür, dass diese “verstärkt oder abgeschwächt, diskriminiert oder erst ‘in die Welt gesetzt werden’” (ebd.: 109).

Affektstrukturen konstituieren sich über soziale Praktiken und können sich in räumlicher und institutioneller Verdichtung zu Affektkulturen ausbilden. Wie und welche Affektstrukturen sich in der memetischen Thematisierung männlichen Weinens bilden, ist die Frage dieses Beitrags. Hierzu werde ich die Entstehung und Durchsetzung von Bedeutungen im Kontext spezifischer Bild-Text-Kommunikate betrachten. Nicht die Einzelbildbetrachtung, sondern die Analyse von Bildern und Bedeutungen in ihrem Entstehungs-, Gebrauchs- und Wirkungszusammenhang sollen so zum Verständnis gegenwärtiger digitaler Meme-Kommunikation beitragen und ihre affektstrukturierenden Effekte hervortreten lassen. Der Beitrag wird sich anhand konkreter Beispiele damit auseinandersetzen, wie 1) das Bild des weinenden Mannes durch Memes geformt wird, 2) welche Affektstrukturen dabei gezeitigt werden und 3) ob hierbei ein neuartiger Raum der Gefühlsartikulation entsteht.

3 Theoretische Konzepte

3.1 Memes

Sogenannte Image-Macros stellen die wahrscheinlich bekannteste und beliebteste Form von Memes dar. Sie bestehen zumeist aus einem standardisierten Bild und zwei variierenden Textzeilen am oberen und unteren Rand des Bildes, die miteinander kontrastieren. Image-Macros sind die meistverbreitete Meme-Variante, aber nicht die einzige. Memes können sich in den unterschiedlichsten Formen manifestieren – mit jeweils spezifischen Anwendungsregeln und Bedeutungen. Wie aber lässt sich unter diesen Voraussetzungen bestimmen, welche Inhalte zur Kommunikationsform der Memes zählen? Shifman (2014) und Breitenbach (2015) verstehen unter Memes Internet-Phänomene, genauer gesagt nutzergenerierte Inhalte verschiedenster Art (Bilder, Videos, Texte), die sich durch bestimmte Eigenschaften auszeichnen. Eine Meme-Analyse, die lediglich von Bild-Eigenschaften ausgeht, verfehlt aber den Kern der Sache. Kriterien wie bspw. emotionale Aufladung, Humor oder Einfachheit sind weder notwendig noch hinreichend, um Memes zu definieren. Diese Eigenschaften können nur Aufschluss über das Meme-Potential geben, also über die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Inhalt memetisch wird.

Kleinster gemeinsamer Nenner von Memes sind nicht immanente oder askriptive Eigenschaften. Ihre Gemeinsamkeit liegt in einer spezifischen Form sozialer Bild-Praxis, genauer: in der viralen Verbreitung sowie der Modifikation von Inhalten. Doch weder Viralität7 noch Modifikation allein sind ausreichend. Es ist vielmehr die konkrete Verknüpfung von Viralität und Modifikation – und damit die kollektive, partizipatorische Bild-Praxis – die darüber entscheidet, ob etwas zum Meme wird oder nicht. Sprich: Ein Inhalt ist dann memetisch zu nennen, wenn er von vielen modifiziert und verbreitet wird. Aus diesen Beobachtungen lässt sich schließlich folgende schlanke Arbeitsdefinition ableiten: Unter Internet-Memes sollen kulturelle Einheiten jeder Form oder Medialität verstanden werden – von Bildern über Videos bis hin zu Liedern, Textzeilen, einzelnen Wörtern oder abstrakten Konzepten – die von einer kritischen Masse8 an Nutzenden in einem oder mehreren digitalen Räumen verbreitet und dabei bewusst in Form oder Inhalt variiert werden.

3.2 Sehflächen sehen lassen

In der folgenden Analyse werde ich mich auf Memes in Form von Bildern oder Bild-Text-Kompositionen beschränken. Da Memes selten nur als Bilder mit rein ikonischem Gehalt vorkommen, sondern in der Regel Text beinhalten, werden sie hier als Sehflächen behandelt. Schmitz bezeichnet Sehflächen als “Flächen, auf denen Texte und Bilder in geplantem Layout gemeinsame Bedeutungseinheiten bilden” (2011: 25). Es handelt sich um multimodale Verbindungen, “in denen Schrift und Bild durch ein beide Seiten verbindendes Design formal und inhaltlich untrennbar ineinander spielen” (ebd.: 26). Auch bei den Memes in diesem Beitrag sind Bild- und Textelemente miteinander verwoben und in einem bestimmten, nicht zufälligen Verhältnis zueinander arrangiert worden. Bild-Produzierende verfügen dabei über bewusste oder unbewusste Kompetenzen und arrangieren Sehflächen mit Blick auf die jeweiligen kommunikativen Potentiale der unterschiedlichen semiotischen Systeme. Hartmut Stöckl spricht von einer Arbeitsteilung zwischen Sprache und Bild, wobei “die Stärken des einen semiotischen Systems die Schwächen des anderen aus[gleichen] und umgekehrt” (Stöckl 2011: 48). Während Bedeutung bspw. in Sprache “fest verankert” sei, wären Bilder notorisch “vage und unterdeterminiert” (ebd.):

“Bilder bieten dem Rezipienten vielmehr ein Bedeutungspotenzial, das durch einen entsprechenden Kontext aktiviert und erschlossen werden muss. Solche Kontexte können (sprachliche) Begleittexte, Genre-/Stil- und enzyklopädisches Wissen sowie Erfahrung mit dem dargestellten Weltausschnitt und assoziierbaren Sachverhalten sein” (ebd.: 49).

Für die Meme-Analyse bedeutet dies, dass Memes a) auf ihre immanente Verknüpfungsstruktur bzw. Grammatik hin untersucht werden müssen, also darauf, in welchem Verhältnis Bild und Text sowie die einzelnen multimodalen Sehflächenelemente zueinanderstehen. Von besonderem Interesse ist b) auch der Stil: Die Bedeutung eines Memes hängt nicht nur davon ab, was gezeigt wird, sondern mindestens ebenso sehr davon, wie es gezeigt wird. Es muss nach Möglichkeit aber auch immer c) dem kommunikativen Kontext Rechnung getragen werden, um die pragmatische Bedeutung einzuholen, die im jeweiligen Meme-Gebrauch entsteht. Hier stellen sich Fragen wie: Wo wird das Meme gepostet? An wen richtet es sich? Wie wird in Kommentaren darauf Bezug genommen? Wie wird es verbreitet und verändert?

Das Posten eines Memes ist immer auch ein Zeigen eines Memes und jedes Zeigen ist eine (Bild- bzw. Sehflächen-)Handlung.9 Zeigen ist “ein Sehen-Lassen von etwas Intendiertem” (ebd.: 48) und umgekehrt müssen alle Betrachtenden, möchten sie Sinn aus einem Bild oder Meme gewinnen, eine Zeige-Handlung und eine damit verbundene Intention unterstellen. Dies wiederum bedeutet immer auch Selektion: Zeigen ist nicht identisch mit dem, was auf einer Sehfläche alles gesehen werden kann, sondern fokussiert bestimmte Elemente und vernachlässigt andere (ebd.: 47f.).

Wer ein Meme zeigt, will also etwas sehen lassen und will dies auf eine ganz bestimmte Art und Weise tun. Wiesing beschreibt dies wie folgt: “Wenn sich bestimmte Arten des Abbildens und der Bildproduktion durchsetzen, dann liegt das daran, dass Bilder dieser Art besonders erfolgreich bestimmte Zwecke erfüllen” (ebd.: 159). Memes sind kommunikative Werkzeuge und erst vor diesem Hintergrund lassen sich ihre Bedeutungen verstehen. Für Memes in all ihren Varianten ist anzunehmen, dass die entsprechenden Bilder bzw. Sehflächen eine bestimmte kommunikative Funktion übernehmen und womöglich sogar besser als andere Formen der Abbildung, Darstellung oder Wiedergabe dazu taugen, eine bestimmte Sache, eine Erfahrung oder eine Vorstellung zu zeigen. Wie gut sich ein Bild zum Zeigen von etwas eignet, hängt nach Wiesing davon ab, was man von einer “Darstellung verlangt” (ebd.: 170). Was also wird von Memes, die weinende Männer zeigen, verlangt? Welche Wahrnehmungen oder Betrachtungen ersetzen diese Memes, welche Funktion erfüllen sie und welche Affektstrukturen installieren sie, wenn mit ihnen gezeigt wird?

3.3 Bildpraktiken-Analyse

Ich werde zur Beschreibung und Analyse der Memes den Begriff der Bildpraktiken verwenden. Der Begriff bezeichnet “die eingespielten, vollzugsförmigen, in actu nicht reflektierten Muster bildlichen Produzierens, Ausdrückens, Wahrnehmens, Verstehens und Handelns” (Reißmann 2015: 61). Konkret werde ich spezifische Praktiken der Meme-Kommunikation und der Meme-Kommentierung auf der Seite 9gag.com untersuchen. Methodisch werde ich dabei eine sprachpragmatische und kontextbezogene Analyse der Bildproduktion, -rezeption und der Bildverwendung vornehmen (vgl. Meier et al. 2014).

Ich werde dazu, nach einer kurzen Darstellung der Plattformstruktur, in einem ersten Schritt mehrere Derivate eines Memes anhand diskursanalytischer und semiolinguistischer Ansätze vergleichen, um so Muster der Perspektivierung männlichen Weinens herauszuarbeiten. Dabei orientiere ich mich an Meiers bilddiskursanalytischem Konzept (2008; 2010), Stöckls Hermeneutik von Sprache-Bild-Texten (2011) und Schmitz’ Sehflächenforschung (2011). Alle Autoren verstehen ihre Konzepte eher als analytisches Instrumentarium (vgl. Stöckl 2011: 67) zur Entschlüsselung multimodaler Kommunikation denn als abgeschlossene Verfahren. Es geht primär darum, “die komplexe Interrelation zwischen Sprache und Bild und deren kommunikative Effekte” (ebd.) sowie die “musterhafte Kommunikation zu einem gesellschaftlichen Thema” (Meier 2014: 230) zu eruieren.

Im zweiten Schritt werde ich zusätzlich kurze Sequenzen aus Kommentarbereichen betrachten, in denen die Nutzenden schriftlich und mit Bildern aufeinander Bezug nehmen. Die Ansätze der Bildakt-Theorie (Schmitz 2007) und der Positionierungsanalyse (Lucius-Hoene/ Deppermann 2004) erwiesen sich hier als fruchtbar, da sie es erlauben, sowohl die pragmatische Funktion von Aussagen in dialogischen Situationen zu eruieren, als auch den darin zum Ausdruck kommenden Selbst- und Fremdbezug. Die Verfahren geben also Aufschluss darüber, welche kommunikativen und subjektivierenden Funktionen Memes, die weinende Männer zeigen, in den jeweiligen Kontexten erfüllen.10

4 Empirische Analyse: Anleitungen zum Weinen

4.1 Feld: Der Kommunikationsraum 9gag

Die Seite 9gag.com zählt zu den derzeit beliebtesten Imageboards. Sie setzt sich von alternativen Imageboards durch ein vergleichsweise einfaches und intuitives Interface ab. Hinzu kommt, dass die Nutzenden über Pseudonyme miteinander kommunizieren und nicht etwa, wie z. B. auf 4chan.com, anonymisiert werden. Dies erleichtert die Untersuchung von bisweilen unübersichtlichen kommunikativen Praktiken.

Um die Inhalte der Seite zu betrachten, ist keine Registrierung notwendig. Wer jedoch selbst Bilder hochladen möchte, muss einen persönlichen Account erstellen. Man kann anschließend eigene Bilder hochladen oder einen sogenannten Meme-Generator verwenden, der das Rohmaterial der gängigsten Memes schon bereitstellt. Ist das Bild hochgeladen, nimmt es auf der sogenannten Fresh-Page an einem Voting-Verfahren teil. Von dort aus kann es, bei genügend Upvotes, über die Trending-Page bis zur Hot-Page (sprich auf die Hauptseite) aufsteigen. Die Bilder werden in jeder Sektion von oben nach unten und von neu nach alt dargestellt. Klickt man auf ein Bild oder dessen Überschrift, öffnet sich eine separate Seite, auf der das Bild in seiner vollen Auflösung angezeigt wird. Diese Unterseite enthält zudem einen Kommentarbereich. Die Darstellungen in Abb. 1-3 veranschaulichen die Struktur von Beitrags-Feed, Bild-Beiträgen und Kommentaren auf 9gag.

Abbildung 1: Aufbau des Feeds (Hauptseite 9gag.com). Quelle: http://www.9gag.com; Ergänzungen nach eig. Darstellung.
Abbildung 2: Beitragsdarstellung Feed (Hauptseite 9gag.com). Quelle: http://9gag.com/gag/aDWz0q7; eigene Darstellung.
Abbildung 3: Aufbau des Kommentarbereichs (9gag.com). Quelle: http://9gag.com/gag/aDWz0q7; eigene Darstellung.

4.2 Fallanalysen

Abbildung 4: Where real men cried. Quelle: http://9gag.com/gag/aDWz0q7.