Publizieren als Care-Praxis

kommunikation.medien als graduate-led Open-Access-Infrastruktur zwischen Lehre und Publikation

  • Corinna Peil Fachbereich Kommunikationswissenschaft, Universität Salzburg

DOI:

https://doi.org/10.15460/kommges.2025.26.1.1864

Begutachtung

  • Patricia Blume Universität Leipzig
  • Kai Matuszkiewicz Philipps-Universität Marburg / Institut für Medienwissenschaft
  • Marcel Wrzesinski Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Abstract

Open-Access-Publikationsformate gelten als zentrale Bausteine einer offenen Wissenschaft. Während sich viele Modelle an etablierten Verlagssystemen orientieren oder auf institutionellen Repositorien beruhen, ist über kollaborative, von Studierenden getragene Publikationsprojekte bislang wenig bekannt. Dieser Beitrag analysiert das Open-Access-Journal kommunikation.medien, das seit 2011 im Rahmen eines kommunikationswissenschaftlichen Masterprojekts an der Universität Salzburg herausgegeben wird. Das Journal verbindet redaktionelle Praxis mit wissenschaftlicher Ausbildung und bietet insbesondere Early-Career-Forschenden eine Plattform zur Veröffentlichung ihrer Abschlussarbeiten als wissenschaftliche Artikel. Durch seine kontinuierliche Weiterentwicklung hat sich kommunikation.medien als eigenständiges Modell im Open-Access-Spektrum etabliert, das sowohl pädagogische als auch wissenschaftskommunikative Funktionen erfüllt. Der Beitrag untersucht Entwicklung, Struktur und Arbeitsweise des Projekts und nutzt die Perspektive der Care-Ethik, um Praktiken der Koordination, Verantwortungsteilung und Fürsorge theoretisch zu fassen. Dabei wird deutlich, dass wissenschaftliches Publizieren nicht nur technischer und institutioneller Voraussetzungen bedarf, sondern auch relationaler Prozesse, situativer Aushandlung und kontinuierlicher Sorgearbeit. kommunikation.medien wird so lesbar als Beispiel für eine alternative Publikationspraxis jenseits marktlogischer und leistungsbezogener Paradigmen sowie als Einladung, wissenschaftliche Kommunikation als gleichermaßen bildenden wie kollaborativen Prozess zu verstehen.

1 Einleitung

Die Idee eines offenen Zugangs zu wissenschaftlichem Wissen begann als Antwort auf die Monopolstellung etablierter Verlage, bereits in den frühen 1990er Jahren, als Paul Ginsparg 1991 mit arXiv das erste große Preprint-Repository etablierte und damit die Praxis der Selbstarchivierung nachhaltig prägte (Xie et al., 2021). Parallel dazu gerieten Bibliotheken durch die sogenannte Zeitschriftenkrise zunehmend unter Druck: Webseitenabonnements stiegen schneller als die Budgets, wodurch der Zugang zu Zeitschriftenliteratur vielfach bedroht war (Deppe & Beucke, 2017). Als direkte Antwort darauf formierte sich 1998 die Scholarly Publishing and Academic Resources Coalition (SPARC), initiiert von Forschungseinrichtungen und Bibliotheksverbänden, um alternative, zugängliche Publikationsformen zu fördern (Michalak, 2000). Diese frühen Entwicklungen mündeten schließlich in die formalen Open-Access-Deklarationen der frühen 2000er Jahre, darunter die Budapest Open Access Initiative (2002), das Bethesda Statement (2003) und die Berliner Erklärung (2003). Sie eröffneten neue Publikationswege, legten zugleich aber auch grundlegende Spannungen im Wissenschaftssystem offen: über Sichtbarkeit und Zugang, über Kosten und Kontrolle, über Verantwortung und Teilhabe. In Österreich gewann die Open-Access-Debatte früh an Dynamik: Bereits 2003 unterzeichnete der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) die Berliner Erklärung und veröffentlichte ein Jahr später seine erste Open-Access-Policy, die Publikationen aus FWF-geförderten Projekten nachdrücklich zur freien Zugänglichmachung empfahl und durch zusätzliche Förderprogramme unterstützte, bevor spätere Anpassungen den verpflichtenden Charakter stärker betonten (Rieck, 2019). Öffentliche Fördereinrichtungen, Universitäten und Bibliotheken haben in den letzten Jahren eine Vielzahl an Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, um offene Publikationsformate zu institutionalisieren, Repositorien auszubauen und alternative Modelle zu erproben (Dorfmann, 2019; Krasnek, 2023). Zugleich bleibt der Bereich stark durch Akteure geprägt, die kommerzielle Interessen verfolgen und neue Geschäftsmodelle im Open-Access-Feld entwickeln, etwa durch Article Processing Charges (APC), transformative Verträge mit Institutionen oder über skalierbare Plattformlösungen für Autor:innen. In Österreich zeigte sich dies früh in Form des weltweit ersten „transformative agreement“, das 2014 zwischen dem FWF, dem österreichischen Konsortium und IOP Publishing abgeschlossen wurde und seither durch eine Vielzahl weiterer nationaler Vereinbarungen ergänzt wurde (Pinhasi & Kromp, 2024). Während Open Access damit formal für viele Forschende zur Norm geworden ist, stellt sich zugleich die Frage, was davon tatsächlich offen, was davon nachhaltig und was davon partizipativ ist.

In diesem Beitrag geht es um ein Modellprojekt, das in dieser Debatte bislang kaum sichtbar ist und gerade deshalb besondere Aufmerksamkeit verdient: das Open-Access-Journal kommunikation.medien, das seit 2011 im Rahmen eines Masterlehrprojekts an der Universität Salzburg herausgegeben wird. Es richtet sich gezielt an Early-Career-Researcher, insbesondere an Master-Absolvent:innen, die ihre kommunikations- und medienwissenschaftlichen Abschlussarbeiten als Journal-Artikel veröffentlichen wollen. Redaktion, Lektorat, Layout und Publikationsprozess liegen dabei in den Händen von Studierenden, begleitet durch ein kleines, teils festes und teils wechselndes Team aus Lehrenden und technischer bzw. institutioneller Unterstützung. Seit 2018 ist kommunikation.medien im Directory of Open Access Journals gelistet – als Diamond-OA-Journal, ohne Publikationsgebühren und ohne kommerzielle Anbindung. 2025 hat das Journal einen Open Education Award for Excellence (OEAward) in der Rubrik „Open Practices“ gewonnen.1 Ziel dieses Beitrags ist es, kommunikation.medien in seiner Entwicklung, Struktur und Arbeitsweise als Beispiel für ein kollaboratives Publikationsformat zu untersuchen, das sich bewusst außerhalb etablierter Publikationslogiken positioniert und bereits früh eine Form dessen realisierte, was sich in Anlehnung an (Halvorson, 2024) als graduate-led publishing bezeichnen lässt. Dabei interessiert vor allem die Frage, wie ein solches Projekt über mehr als ein Jahrzehnt hinweg von jeweils neuen Studierendenkohorten getragen, gepflegt und weiterentwickelt werden kann, mit wechselnden thematischen Schwerpunkten und weitgehend stabilen redaktionellen Grundprinzipien. Im Zentrum stehen somit Formen der Kooperation und Verantwortungsteilung, wie sie in dieser spezifischen Konstellation – Masterlehrveranstaltung trifft auf redaktionelle Praxis – nicht selbstverständlich sind. Das redaktionelle Arbeiten in kommunikation.medien ist damit weniger eine bloße Aufgabenteilung als vielmehr ein fortlaufender und komplexer Aushandlungsprozess von Anleitung und Selbstorganisation, Standardsicherung und Ermöglichung von Handlungsspielräumen.

Um diese Dynamik besser zu erfassen, wird im Beitrag die theoretische Perspektive der Ethics of Care als analytischer Zugang genutzt, um soziale und organisatorische Praktiken im Sinne relationaler Verantwortung und Fürsorge besser zu verstehen. Care wird hier als beziehungsorientiertes, responsives Handeln unter Bedingungen struktureller Unsichtbarkeit gefasst (Gilligan, 1982; Kohlen & Kumbruck, 2008; Tronto, 1993). Der Blick auf wissenschaftliche Sorgearbeit erlaubt es, jene Abstimmungsprozesse, Übergaben und impliziten Zuständigkeiten in den Blick zu nehmen, die nicht formal geregelt, aber für das Gelingen des Projekts zentral sind. Fokussiert wird somit das Gefüge wechselseitiger Abhängigkeiten, das die Veröffentlichung von Publikationen überhaupt erst ermöglicht: zwischen Studierenden und Lehrenden, zwischen Jahrgängen, Rollen und Zuständigkeiten, zwischen redaktionellen Routinen und institutionellen Rahmenbedingungen. Die Care-Perspektive macht sichtbar, wie stark dieses Gefüge von situativer Koordination, informellem Wissenstransfer und kontinuierlicher Anpassung geprägt ist und wie wenig sich davon in festen Strukturen oder Zuständigkeiten abbilden lässt. kommunikation.medien steht damit für eine Form wissenschaftlicher Zusammenarbeit, die häufig leise, übergangsweise und unbeachtet bleibt, zugleich aber kontinuierlich wirkt und als Beispiel für alternative Formen wissenschaftlichen Arbeitens bedeutsam ist.

Vor diesem Hintergrund beleuchtet der Beitrag zum einem die Geschichte und Entwicklung von kommunikation.medien und fragt zum anderen nach den Möglichkeiten nachhaltigen, gemeinschaftlich getragenen wissenschaftlichen Publizierens jenseits professioneller Verlagssysteme. Er versteht sich als Fallanalyse, aber auch als Einladung zur Reflexion: Was heißt es, Verantwortung für ein Publikationsprojekt zu übernehmen, das nicht entlang kommerzieller oder leistungsbezogener Logiken funktioniert, sondern auf geteiltes Engagement und langfristige Verlässlichkeit setzt? Was lässt sich aus der Konstellation von Studierenden, Lehrenden und Infrastruktureinrichtungen über gelingende Kooperation im Feld wissenschaftlicher Kommunikation lernen? Und wie verändert sich der Blick auf Open Access, wenn nicht Verlage, sondern Universitäten, nicht Redaktionsprofis, sondern Lernende, nicht Geschäftsmodelle, sondern Beziehungen im Zentrum stehen? Die folgenden Abschnitte skizzieren zunächst die Entstehung von kommunikation.medien als frei zugängliche kommunikationswissenschaftliche Fachzeitschrift sowie seine institutionelle Verankerung als Lehrprojekt und Teil der österreichischen Open-Access-Landschaft. Darauf aufbauend wird die Ethics of Care als analytische Perspektive eingeführt, um die redaktionellen Prozesse und Formen der Kooperation genauer in den Blick zu nehmen. Im Anschluss wird die konkrete Organisation und Arbeitsteilung im redaktionellen Alltag näher beleuchtet – mit besonderem Augenmerk auf die unterschiedlichen Rollen und Interessen der beteiligten Akteur:innen. Abschließend wird diskutiert, welche Implikationen aus diesem spezifischen Zusammenspiel für eine nachhaltige, kooperative Open-Access-Publikationspraxis ableitbar sind und welche Grenzen und Spannungen sich dabei zeigen.

2 kommunikation.medien als Lehrprojekt der wissenschaftlichen Publikationspraxis

Kapitel 2 stellt die Entwicklung von kommunikation.medien als Lehr- und Publikationsprojekt dar und verortet es im weiteren Kontext wissenschaftlicher Publikationspraktiken. Zunächst werden Gründung und konzeptionelle Ausrichtung des Journals nachgezeichnet, anschließend folgt die Einordnung in den institutionellen und hochschulpolitischen Rahmen des deutschsprachigen Open-Access-Diskurses.

2.1 Gründung, Ausrichtung und Entwicklung von kommunikation.medien

Die Genese von kommunikation.medien ist in zweifacher Hinsicht erklärungsbedürftig: Zum einen reagierte die Zeitschrift auf das Ziel, offene Publikationswege in der Kommunikations- und Medienwissenschaft sichtbar zu machen; zum anderen sollte sie ein Lehrformat schaffen, das redaktionelle Praxis systematisch in das Curriculum des kommunikationswissenschaftlichen Masterstudiums integriert. Die Initiative entstand 2011 am Fachbereich Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg im Rahmen des Masterprojekts „Onlinejournal“. Unter der damaligen Fachbereichsleitung von Elisabeth Klaus konzipierte Margit Böck die erste Ausgabe (2012) als diskursives Lernsetting, das Studierende an digitale Redaktions- und Reviewprozesse heranführt und zugleich eine publikationswürdige Plattform für kommunikations- und medienwissenschaftliche Forschungsarbeiten bereitstellt. Anfangs verfolgte das Projekt einen zweigleisigen Ansatz: Neben der Herausgabe des wissenschaftlichen OA-Journals wurde in derselben Lehrveranstaltung die Onlineplattform Campus betreut, auf der Studierende mit unterschiedlichen Darstellungsformen wie Audio- und Videobeiträgen, Bildstrecken, Tutorials oder Serviceformaten experimentieren konnten. Dieser publizistische Freiraum förderte Schreib- und Publikationskompetenzen jenseits klassischer Fachartikel, band jedoch zusätzliche redaktionelle Ressourcen. Mit der fortschreitenden Professionalisierung von kommunikation.medien zeigte sich, dass die verfügbaren Kapazitäten nicht ausreichten, um beide Formate gleichwertig zu unterstützen; der Campus wurde daher im Jahr 2016 eingestellt, während das Journal weiter an der Schärfung seines Profils arbeitete und zugleich daran, seine Sichtbarkeit und Reichweite zu erhöhen.

Seitdem erscheint kommunikation.medien kontinuierlich mit mindestens einer Ausgabe pro Jahr – eine Frequenz, die als Grundbedingung etwa auch für eine Indizierung im Directory of Open-Access Journals (DOAJ) gilt. Insgesamt sind bislang 17 Ausgaben publiziert worden, die letzte Ausgabe erschien im Juni 2025.2 Jede Ausgabe weist einen thematischen Schwerpunkt aus, wie z.B. „Von Apollo bis Zwangsimpfung: Verschwörungstheorien auf der Spur“, „Digitale Methoden“, „Pics – or it didn’t happen. Visuelle Kommunikation“. Dennoch bleiben die Ausgaben zugleich für Einreichungen aus dem gesamten Spektrum der Kommunikations- und Medienwissenschaft geöffnet, um der thematischen Breite von Abschlussarbeiten Rechnung zu tragen. Als inhaltlicher Schwerpunkt von kommunikation.medien wurde die Auseinandersetzung mit Fragestellungen definiert, die die wechselseitigen Beziehungen von Kommunikation, Medien und Gesellschaft betreffen. Adressiert sind Forschende aus sämtlichen Subfeldern der Kommunikations- und Medienwissenschaft sowie angrenzender Disziplinen wie Soziologie, Medienpädagogik oder Linguistik. Von Anfang an kam für Hauptartikel ein anonymes Double-Blind-Peer-Review-Verfahren zum Einsatz. Auf dieser Basis und als Abschluss der Lehrveranstaltung erschien 2012 die erste Ausgabe unter dem Themenfokus „Partizipation“ mit vier Hauptartikeln und fünf sogenannten Werkstattberichten, worunter weniger standardisierte wissenschaftliche Beiträge zu laufenden Projekten, vorläufigen Befunden oder methodischen Überlegungen gefasst werden.

Eine konzeptionelle Fokussierung erfolgte im Oktober 2012, als Corinna Peil die Lehrveranstaltung übernahm und das Journal gezielt auf Beiträge von Early-Career-Forschenden ausrichtete, um die Sichtbarkeit qualifizierter Nachwuchsarbeiten außerhalb kommerzieller Verlagsstrukturen zu erhöhen. Diese Neupositionierung adressierte eine strukturelle Leerstelle im deutschsprachigen Publikationssystem: Etablierte Fachzeitschriften wie Publizistik (Springer), M&K – Medien & Kommunikationswissenschaft (Nomos) oder das seit 1977 erscheinende österreichische Medien Journal der Österreichischen Gesellschaft für Kommunikationswissenschaft (ÖGK) veröffentlichen zwar anspruchsvolle begutachtete Originalarbeiten, richten sich jedoch überwiegend an Autor:innen mit fortgeschrittener Publikationserfahrung; Erstautor:innen sehen sich dort häufig hohen Ablehnungsquoten und komplexen formalen Anforderungen gegenüber. Das interdisziplinäre Fachjournal Medien & Zeit bietet zwar einen potenziellen Publikationsraum für Abschlussarbeiten, verfolgt diesen Schwerpunkt jedoch nicht explizit und ist thematisch historisch bzw. kulturwissenschaftlich enger gefasst. Als einzige annähernd vergleichbare Publikation lässt sich transfer heranziehen, eine von Mitgliedern des akademischen Mittelbaus der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft betreute Onlinezeitschrift, die seit 1997 sehr gute Bachelor-, Master- und Dissertationsprojekte in Kurzform vorstellt. Gleichwohl unterscheidet sich transfer in zwei Punkten grundlegend: Erstens veröffentlicht das Format Abstracts und Projektbeschreibungen und nicht vollständige, begutachtete Artikel; zweitens erfolgt die Auswahl über ein zentrales, nicht lehrveranstaltungsgebundenes Redaktionsteam. Ähnliche, primär von Doktorand:innen und Postdocs getragene Modelle finden sich auch in anderen Disziplinen, etwa bei On_Culture: The Open Journal for the Study of Culture3, das 2016 am Gießener Graduiertenzentrum Kulturwissenschaften gegründet wurde und ein begutachtetes, scholar-led Journal darstellt, allerdings ohne curriculare Anbindung. kommunikation.medien hingegen publiziert Full Paper, die ein Double-Blind-Peer-Review-Verfahren durchlaufen, und verankert die redaktionelle Arbeit curricular in einer jährlich rotierenden Lehrveranstaltung. Damit verbindet das Format forschungsorientierte Lehre mit einem qualitätsgesicherten Publikationsprozess. Mit einer solch hybriden, im akademischen Open-Access-Kontext bislang kaum verbreiteten Konstellation verortet sich kommunikation.medien bewusst außerhalb der Infrastruktur großer Verlagshäuser. Die institutionelle Unterstützung – zunächst durch den Fachbereich und Fachbereichsleiter Josef Trappel, später zusätzlich durch die Universitätsbibliothek Salzburg – garantiert dabei technische Stabilität (z.B. DOI-Vergabe, Langzeitarchivierung) ohne ökonomische Zugangsbarrieren wie APCs.

Abbildung 1: Übersicht über die in Heft 17 (2025) veröffentlichten Beiträge von kommunikation.medien, Themenschwerpunkt „Künstliche Intelligenzen in der Kommunikation“ (Screenshot der Online-Präsenz auf dem Publikationsserver der Universität Salzburg)

Strukturell umfasst jede Ausgabe drei bis sechs begutachtete Hauptartikel, für die in der Regel je zwei bis drei anonyme Gutachten eingeholt werden. Die erste Ausgabe beruhte auf eingeladenen Beiträgen. Bereits im Folgejahr wurde ein offenes Einreichungsverfahren eingeführt, das zunächst zu steigenden Einreichungszahlen führte – unter anderem begünstigt durch das zweistufige Auswahlverfahren, bei dem zunächst Abstracts begutachtet und ausgewählte Beiträge zur Ausarbeitung als Full Paper eingeladen werden. Inzwischen hat sich die Zahl der Einreichungen auf einem stabilen Niveau eingependelt: Pro Ausgabe gibt es etwa 12 bis 20 Abstract-Einreichungen, von denen sechs bis acht zur Ausarbeitung angenommen werden, aus denen – bei positiver Begutachtung – die Hauptartikel hervorgehen. Ergänzend erscheinen Buchbesprechungen und Essays zu aktuellen medien- und kommunikationswissenschaftlichen Debatten, die von Mitgliedern des Masterprojekts verfasst werden und ihnen so ermöglichen, neben der redaktionellen Arbeit eigene Beiträge zu publizieren; diese Texte werden redaktionell geprüft, jedoch nicht anonym begutachtet. Hinzu kommt die Rubrik „Salzburger Sonderfenster“, in der thematisch gebündelte Beiträge aus anderen Masterlehrveranstaltungen oder aus einer internationalen Kooperation mit der Universitas 17 Agustus 1945 Surabaya veröffentlicht werden.4 Jene Texte durchlaufen ein internes Review durch das studentische Redaktionsteam, flankiert von einem einführenden Editorial der jeweiligen Lehrveranstaltungs- oder Projektleitung.

Die Motivation, Abschlussarbeiten einer breiteren Community zugänglich zu machen, die sonst als „graue Literatur“ nur schwer zugänglich wären, resultierte vor allem aus dem Wunsch, diese in die fachliche Diskussion zu übertragen. Da sich etablierte Zeitschriften vorwiegend an Autor:innen mit Publikationsroutine richten, schließt kommunikation.medien hier eine Lücke, indem es Graduierten einen begutachteten, aber niederschwelligen Publikationsweg anbietet. Das anonyme Double-Blind-Review-Verfahren sichert die Qualität der Beiträge und ist gerade in diesem Kontext von besonderer Bedeutung, da viele Autor:innen zum ersten Mal publizieren und von den konstruktiven Rückmeldungen gezielt profitieren. Die konstanten Einreichungszahlen sowie die Aufnahme in das Directory of Open Access Journals (DOAJ) im Jahr 2018 belegen, dass dieser Ansatz in der deutschsprachigen Kommunikations- und Medienwissenschaft auf Resonanz stößt.

Vorläufig lässt sich also festhalten, dass kommunikation.medien sein Profil aus drei komplementären Motiven bezieht: Erstens die Etablierung eines gebührenfreien, institutionell verankerten Open-Access-Formats; zweitens die Bereitstellung eines Publikationsorts für Early-Career-Forschung, die andernfalls weitgehend unveröffentlicht bliebe; drittens die Verzahnung redaktioneller Praxis mit der Lehre, wodurch Fach- und Publikationskompetenz parallel entwickelt werden. Zusammengenommen positionieren diese Ziele das Journal als eigenständigen Akteur in der deutschsprachigen kommunikations- und medienwissenschaftlichen Publikationslandschaft und schaffen ein Profil, das weder durch traditionelle Fachzeitschriften noch durch reine Nachwuchsplattformen vollständig abgedeckt wird.

2.2 Positionierung in einer sich ausdifferenzierenden Open-Access-Landschaft

Die in 2.1 skizzierte Entstehung und Weiterentwicklung von kommunikation.medien lässt sich nur im Kontext der sich dynamisch entwickelnden Open-Access-Landschaft im deutschsprachigen Raum angemessen einordnen. Open Access (OA) gilt als das sichtbarste und bislang am weitesten umgesetzte Teilgebiet von Open Science. Nach der bereits erwähnten ersten Einführung einer Open-Access-Policy durch den FWF im Jahr 2004 setzte im Jahr 2012 – kurz nach Gründung von kommunikation.medien – die Etablierung des Open Access Network Austria (OANA), das später unter dem erweiterten Namen Open Science Network Austria firmierte, einen wichtigen Impuls für die weitere Entwicklung. Die Initiative wurde vom FWF und der Universitätenkonferenz (uniko) ins Leben gerufen und verfolgt das Ziel, Open-Access-Aktivitäten österreichweit zu koordinieren und Empfehlungen für Politik und Forschungseinrichtungen zu entwickeln (Bauer et al., 2015). Parallel dazu bildeten sich verschiedene Bottom-up-Initiativen, die OA in einzelnen Institutionen vorantrieben. Universitätsbibliotheken begannen, institutionelle Repositorien aufzubauen, unterstützt durch das Förderprogramm e-Infrastructures Austria und finanziert durch das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (Bauer et al., 2018). Damit waren grundlegende strukturelle Voraussetzungen geschaffen, doch die tatsächliche Umsetzung an den Hochschulen blieb zunächst begrenzt.

Eine Erhebung aus dem Jahr 2012 zeigt, dass damals keine der 21 österreichischen Universitäten eine eigene Open-Access-Policy verabschiedet hatte. Nur zwei Universitäten betrieben ein institutionelles Repositorium, und lediglich drei unterstützten Autor:innen durch die Übernahme von Publikationsgebühren bei Gold-OA-Zeitschriften (Bauer, 2013, S. 652; Krasnek, 2023, S. 91). Ein wesentlicher Entwicklungsschritt war das Hochschulraumprojekt Austrian Transition to Open Access (AT²OA), das von 2017 bis 2020 lief. Ziel war es, die Transformation des wissenschaftlichen Publikationswesens strukturell zu unterstützen. Dazu zählten sowohl die Neugestaltung von Lizenzverträgen mit wissenschaftlichen Verlagen als auch gezielte Fördermaßnahmen für OA-Publikationen durch österreichische Universitäten (Bauer et al., 2015). Die Ergebnisse dieser und weiterer Strategien waren bereits 2020 deutlich erkennbar: 19 Universitäten verfügten über eine eigene OA-Policy, ebenso viele hatten einen institutionellen Publikationsfonds eingerichtet. Darüber hinaus waren landesweit 41 institutionelle und fachliche Repositorien in Betrieb (Krasnek, 2023, S. 91). Diese Entwicklungen unterstreichen die aktive Rolle Österreichs in der europäischen Open-Access- und Open-Science-Bewegung, wo die Kombination aus politischen Leitlinien, institutionellen Strategien und technischer Infrastruktur ein solides Fundament für alternative Publikationsmodelle wie jenes von kommunikation.medien bietet.

Auch in Deutschland nahm die Verbreitung von Open Access in den vergangenen Jahren deutlich zu, allerdings unter anderen Vorzeichen als in Österreich. Die Expansion stützte sich vor allem auf die großvolumigen DEAL-Verträge mit Wiley (2019), Springer Nature (2020) und Elsevier (2023) (Larrat, 2025, S. 20). Diese Publish-and-Read-Abkommen machten zwar Tausende Artikel sofort frei zugänglich, verlagerten die Kosten aber in pauschale Gebührenpakete, die von Teilen der Fachcommunity als „finanzielle Ausbeutung der Hochschullandschaft“ kritisiert werden (Fischer, Georg et al., 2024; zit n. Larrat, 2025, S. 20). Untersuchungen auf Basis von 73 Universitäten zeigen, dass die Abkommen den offenen Anteil jedoch vor allem im kostenpflichtigen Hybrid-Segment wachsen ließen: Zwischen 2018 und 2020 stieg Hybrid-OA von 4,6 % auf 21,8 %, während voll offene Artikel (Full OA) lediglich von 18,4 % auf 26,2 % zunahmen; zusammen lagen damit noch nicht einmal die Hälfte aller Veröffentlichungen im freien Zugang (Taubert et al., 2019). Zugleich lässt sich die deutsche OA-Landschaft nicht auf DEAL reduzieren: Neben frühen Impulsen durch Forschungsorganisationen wie die Max-Planck-Gesellschaft oder die Helmholtz-Gemeinschaft trugen die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit Publikationsfonds, das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF, seit 2025 Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt) mit rechtlichen Regelungen und Programmen sowie zahlreiche Hochschulen mit Repositorien, OA-Policies und Beratungsangeboten zur Entwicklung bei (Hobert et al., 2021). Diese Dynamik offenbart, dass DEAL primär den hybriden Weg befördert, während disziplinäre Publikationskulturen und eben nicht institutionelle Maßnahmen den Ausschlag für einen nachhaltigen Zuwachs an Full OA geben. Insgesamt zeigt sich, dass die Entwicklung von Open Access in Deutschland stark durch nationale Verträge geprägt ist, die rasch große Sichtbarkeit erzeugen, dabei aber Kostenstrukturen und Zugriffslogiken vornehmlich umverteilen.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen sowohl in Österreich als auch in Deutschland hat kommunikation.medien mit seiner frühzeitigen Entscheidung für ein gebührenfreies, institutionell getragenes Open-Access-Modell und einer konsequenten Ausrichtung als Lehrprojekt eine eigenständige und vorausschauende Position innerhalb der OA-Landschaft eingenommen. Denn Repositorien und Policies allein garantieren noch keine unmittelbare Umsetzung; sie müssen durch konkrete, funktionierende Modelle ergänzt werden. Gerade hier setzt kommunikation.medien an. Bereits mit der ersten Ausgabe (2012) erfüllte das Journal zentrale Diamond-OA-Standards (Rooryck, 2023) wie einen sofortigen, gebührenfreien Zugriff und die Veröffentlichung unter CC-Lizenz. Ebenso sind die inhaltlichen Entscheidungen – von der Begutachtung über die Redaktion bis hin zu den Publikationsrichtlinien – von der wissenschaftlichen Community gesteuert und verantwortet, unter anderem auch durch Einbindung des wissenschaftlichen Beirats in die Begutachtungsprozesse und durch die transparente Kommunikation strategischer Entwicklungen. Diese Orientierung an einem gebührenfreien, gemeinschaftlich getragenen Publikationsmodell entspricht auch internationalen Empfehlungen: So fordert etwa cOAlition S im Rahmen von Plan S seit 2018, dass öffentlich finanzierte Forschung grundsätzlich offen zugänglich sein soll – ohne finanzielle Hürden für Autor:innen (Dorfmann, 2019). In der Folge wurde 2022 gemeinsam mit Science Europe und anderen Partnern der „Action Plan for Diamond Open Access“ veröffentlicht (Ancion et al., 2022), der gezielt die strukturelle Förderung und Professionalisierung solcher Journale vorsieht.5

In der deutschsprachigen Kommunikationswissenschaft wurde ein vergleichbares Publikationsmodell erst später etabliert. Fachzeitschriften wie Medien & Kommunikationswissenschaft (M&K) und Publizistik vollzogen den Übergang zu einem offenen Zugang im Jahr 2021 bzw. 2020 – letztere im Rahmen der Vereinbarung zwischen Springer Nature und dem DEAL-Projekt. Als diese beiden Titel ergänzende Publikation der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) wurde 2011 das E-Journal Studies in Communication and Media (SCM) gegründet, das seit 2014 vollständig Open Access erscheint.6 Das Medien Journal der Österreichischen Gesellschaft für Kommunikationswissenschaft hingegen schied erst 2024 aus dem Closed-Access- bzw. „Members Only“-Bereich aus und stellt seither sämtliche Inhalte uneingeschränkt Open Access zur Verfügung.7 Studies in Communication Sciences (SComS), die 2001 gegründete und seit 2007 von der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft (SGKM) herausgegebene Fachzeitschrift, die sich als mehrsprachiges Forum für die internationale Kommunikationsforschung versteht, erscheint seit 2017 im Diamond-Open-Access-Modell auf der Plattform HOPE der Universität Zürich.8 Als einzige vergleichbare und thematisch verwandte, jedoch anders strukturierte Publikation ist das seit 2000 bestehende Onlinejournal kommunikation@gesellschaft zu nennen, das medienkulturelle Praktiken und technisch vermittelte Kommunikation aus interdisziplinärer, sozialwissenschaftlich fundierter Perspektive analysiert.9

Die Vorteile offener Publikationsmodelle sind inzwischen empirisch gut belegt: Studien zeigen, dass Open-Access-Artikel häufiger gelesen, zitiert und in gesellschaftlichen Kontexten aufgegriffen werden (Hopf et al., 2022, S. 25; Piwowar et al., 2018, S. 1). Gleichzeitig warnen Shu & Larivière (2024) vor der Entstehung einer „knowledge tax“ (S. 534) – einer indirekten Wissensbesteuerung, die entsteht, wenn zwar ein freier Zugang besteht, die Veröffentlichung selbst jedoch mit hohen Gebühren verbunden ist. Besonders problematisch sei dies, wenn wenige große Verlage den Markt dominieren und neue finanzielle Hürden schaffen, die bestehende strukturelle Ungleichheiten im Publikationssystem nicht abbauen, sondern eher verstärken. Als institutionell getragenes, nicht-kommerzielles Format steht kommunikation.medien exemplarisch für eine Publikationspraxis, die zur Förderung von Vielfalt (an Publikationsmodellen, Trägerschaften, disziplinären Zugängen etc.) beiträgt, wie sie in verschiedenen internationalen Initiativen als Ziel einer gerechteren Open-Access-Infrastruktur formuliert wurde. Das Journal zeigt, dass Offenheit, Qualität und Nachwuchsförderung nicht im Widerspruch stehen müssen, sondern sich im Rahmen einer stabilen, gemeinschaftlich organisierten Struktur produktiv verbinden lassen. Als solches ergänzt es die bestehenden verlagsgebundenen sowie von wissenschaftlichen Akteur:innen oder Institutionen getragenen Angebote im Feld und verweist damit auf Spielräume, die in der gegenwärtigen OA-Landschaft vielfach noch ungenutzt bleiben.

3 Care-Ethik als analytische Perspektive auf kollaborative Publikationspraxis

Die Organisation und Aufrechterhaltung kollaborativer Publikationsformate wie kommunikation.medien beruht auf zahlreichen, oft wenig sichtbaren Abstimmungs- und Unterstützungspraktiken. Um diese besser zu verstehen, greift dieser Beitrag auf das Konzept der Ethics of Care zurück. Ursprünglich in den 1980er Jahren im Kontext feministischer Moralphilosophie entwickelt (Gilligan, 1982; Noddings, 2010), versteht sich Care-Ethik nicht als Regel- oder Pflichtenethik, sondern als relationale und praxisbezogene Form moralischer Orientierung. Im Zentrum steht die wechselseitige Abhängigkeit zwischen Menschen und die Notwendigkeit, auf Vulnerabilität zu reagieren (Ley, 2023; Tronto, 1993). Anders als praxeologische Ansätze zur Analyse sozialer Praktiken, die primär Routinen und Materialität in den Blick nehmen, hebt die Care-Ethik hervor, dass in diesen Praktiken zugleich normative Dimensionen von Aufmerksamkeit, Verantwortung und Anerkennung wirksam sind.

Obwohl Care-Ethik in den Pflege-, Technik- und Erziehungswissenschaften inzwischen breite Anwendung findet, ist ihre Rezeption in der Kommunikationswissenschaft bislang marginal. Abgesehen von wenigen Einzelarbeiten (z.B. Jage-D’Aprile, 2025; Peil, 2025), findet sich in einschlägigen Fachzeitschriften nur eine geringe Zahl von Publikationen, und auch auf Fachtagungen wird Care-Ethik bislang eher einführend als etabliert diskutiert, wie beispielsweise in dem offenen Format „Digitale Medienumgebungen und die Ethics of Care“ auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) 2025. Diese Beobachtungen deuten darauf hin, dass die theoretische Anschlussfähigkeit der Care-Ethik für kommunikationswissenschaftliche Analysen noch kaum ausgeschöpft ist, während innerhalb der Medienwissenschaft bereits eine etwas intensivere Auseinandersetzung erkennbar ist, etwa im Themenheft „Medien der Sorge“ (2021, #24) der Zeitschrift für Medienwissenschaft (ZfM).

Joan Tronto definiert Care als eine gesellschaftlich organisierte Praxis, die nicht nur auf zwischenmenschliche Beziehungen zielt, sondern auch Infrastrukturen, Dinge und Umwelten einschließt. In ihrer viel rezipierten Definition versteht sie Care „(…) as a species activity that includes everything that we do to maintain, continue, and repair our ‘world’ so that we can live in it as well as possible“ (Tronto, 1993, S. 103). Damit wird Care als kollektives Handeln verstehbar – ein Blickwinkel, der auch für das Verständnis redaktioneller und organisatorischer Prozesse in wissenschaftlichen Publikationsprojekten aufschlussreich sein kann. Während praxeologische Zugänge hier vor allem die Routinen sozialer Praxis erfassen, rückt eine Care-Perspektive die relationalen und ungleich verteilten Verantwortlichkeiten in den Vordergrund. Tronto (1993) betont in ihrer politischen Auslegung von Care zudem, dass Fürsorgearbeit häufig ungleich verteilt ist, sowohl zwischen gesellschaftlichen Gruppen als auch innerhalb institutioneller Kontexte. Im Falle von kommunikation.medien stellt sich daher auch die Frage, wie redaktionelle Aufgaben, Verantwortung und Anerkennung zwischen Studierenden, Lehrenden und institutionellen Unterstützungsstrukturen vermittelt werden und welche Machtasymmetrien, aber auch Formen der Arbeitsteilung und Überlastung sich daraus ergeben können. Eine Care-orientierte Analyse sensibilisiert dafür, wie strukturelle Bedingungen solche Verteilungen prägen und welche Formen der (Nicht-)Anerkennung Sorgearbeit in der akademischen Praxis erfährt.

Neben dieser sozialpolitischen Perspektive auf Care wurde das Konzept in den Science and Technology Studies weiterentwickelt, insbesondere im Hinblick auf die Beziehung zwischen Menschen, Technologien und Infrastrukturen. Autor:innen wie Puig de la Bellacasa (2011) und Denis & Pontille (2015) argumentieren, dass auch technologische Objekte und Infrastrukturen Fürsorge erfordern, etwa in Form von Wartung und erforderlichen Anpassungen. Diese Sichtweise öffnet den Blick auf Praktiken, die nicht auf Neuerung oder sichtbaren Fortschritt abzielen, sondern auf die Aufrechterhaltung und Stabilisierung bestehender Prozesse und Infrastrukturen gerichtet sind. Gerade weil solche Tätigkeiten, wie das Koordinieren, Überprüfen, Erinnern oder Anpassen, nicht unmittelbar als produktiv oder innovativ erscheinen, werden sie in etablierten Bewertungslogiken akademischer Arbeit häufig übersehen oder geringgeschätzt. Dies steht in engem Zusammenhang mit einem Innovationsparadigma, das Fortschritt primär an Neuheit, Sichtbarkeit und Output misst, während Formen der Erhaltung, Wartung und kontinuierlichen Begleitung in den Hintergrund treten (vgl. Russell & Vinsel, 2019). Im Rahmen dieser Logik bleiben Formen des „Sich-Kümmerns“ um Abläufe und Zwischenräume meist unsichtbar, obwohl sie für die Funktionsfähigkeit und Kontinuität gemeinschaftlich organisierter Projekte wie eines wissenschaftlichen Journals zentral sind. Die Perspektive der Care-Ethik macht es möglich, diesen oft übersehenen Formen institutioneller Sorgearbeit analytische Aufmerksamkeit zu schenken und sie als konstitutive Elemente wissenschaftlicher Kooperation ernst zu nehmen.

Bei kommunikation.medien vollzieht sich die redaktionelle Arbeit in einem Geflecht aus wechselseitigen Abhängigkeiten – zwischen Studierenden und Lehrenden, zwischen Jahrgängen, Rollen und institutionellen Bedingungen. Diese Koordination kann nicht bis ins kleinste Detail formell geregelt werden, beruht aber auf einer Ethik der Aufmerksamkeit, Verlässlichkeit und individuelle Reaktion, wie sie Tronto (1993, S. 105ff) in ihrer Vier-Phasen-Modellierung von Care beschreibt (caring about, taking care of, caregiving, care receiving). Gerade in akademischen Kontexten entzieht sich Care häufig formalen Zuständigkeiten und wird stattdessen implizit und situationsbezogen zwischen Beteiligten ausgehandelt, ein Umstand, der sowohl ihre Wirksamkeit als auch ihre Unsichtbarkeit erklärt. Die Anwendung eines Care-ethischen Zugriffs bedeutet dabei keine normative Aufladung, sondern eine Sensibilisierung für das, was Puig de la Bellacasa (2011) als „Matters of Care“ bezeichnet: für jene oft übersehenen Tätigkeiten, durch die kollektive Projekte getragen und erhalten werden. In diesem Sinne lenkt die Care-Ethik den Blick auf die sozialen Voraussetzungen kollaborativer Wissenschaftspraxis, insbesondere dort, wo diese auf Lernende, wechselnde Rollen und begrenzte Ressourcen angewiesen ist. Sie macht deutlich, dass wissenschaftliches Publizieren unsichtbare, mit ständiger Aufmerksamkeit verbundene und von wechselseitigen Abhängigkeiten geprägte Sorgearbeit umfasst.

4 Kooperation im Kontext: Akteur:innen, Ebenen und Dynamiken bei kommunikation.medien

Kapitel 4 analysiert die redaktionelle Arbeit von kommunikation.medien auf verschiedenen Ebenen kollektiver Koordination. Im Zentrum stehen dabei die konkrete Umsetzung durch die Studierenden, die institutionellen Kooperations- und Unterstützungsstrukturen innerhalb der Universität sowie die Kommunikationsbeziehungen zu externen Akteur:innen und Fachöffentlichkeiten.

4.1 Redaktionelle Aufgaben im Spannungsfeld gemeinsamer Verantwortung

Die redaktionelle Arbeit am Open-Access-Journal kommunikation.medien folgt zwar einem klar strukturierten Ablauf im universitären Jahresrhythmus, doch ein dauerhaft etabliertes Redaktionsteam, das routinierte Abläufe einüben und weiterentwickeln könnte, fehlt. Stattdessen beginnt die Arbeit jedes Jahr neu und wechselnde Gruppen von Masterstudierenden müssen über zwei Semester hinweg Verantwortung für die inhaltliche und konzeptionelle Umsetzung einer vollständigen wissenschaftlichen Publikation übernehmen. Das als Projekt verstandene Lehrangebot kommunikation.medien setzt sich aus drei aufeinander abgestimmten Lehrveranstaltungen zusammen: zwei parallellaufenden Übungen im Wintersemester und einem Seminar im Sommersemester. Die Studierenden werden dabei schrittweise an die redaktionelle Arbeit wissenschaftlicher Journale herangeführt: Sie erwerben zunächst theoretische Grundlagen zum akademischen Publikationswesen, insbesondere mit Blick auf die eigene Fachkultur, wenden diese in interaktiven Übungen und Gruppenarbeiten an und setzen dann im weiteren Verlauf eine vollständige Open-Access-Ausgabe um – inklusive Begutachtungsprozess, redaktioneller Bearbeitung und Veröffentlichung von Beiträgen. Das didaktische Design ist auf Kontinuität und Variation zugleich angelegt: Während die erste Übung konstant von derselben Lehrperson geleitet wird und für jeden Jahrgang eine Einführung in das digitale Publizieren bietet, bringt die zweite Übung durch jährlich wechselnde Lehrpersonen jeweils neue thematische Perspektiven ein, die auch grundlegend für den jeweiligen Themenfokus einer Ausgabe sind. Das abschließende Seminar im Sommersemester baut auf alle zuvor erworbenen Kompetenzen auf und bildet den organisatorischen und redaktionellen Kern der Projektarbeit. Diese spezifische Konstellation bringt eine Reihe struktureller und kommunikativer Eigenheiten mit sich, wie im Folgenden näher ausgeführt wird.

Die Organisation der redaktionellen Arbeit folgt dem Prinzip geteilter Zuständigkeiten innerhalb eines detailliert gestalteten Rahmens. Unter Anleitung der Lehrveranstaltungsleitung und im Zusammenspiel mit klaren Rollen, Zeitplänen und Rückkopplungs- bzw. Korrekturschleifen bearbeiten die Studierenden ein komplexes System von Aufgabenfeldern. Dazu zählen etwa das Schreiben und Streuen des Call for Papers, die Sichtung und Auswahl eingereichter Abstracts, das Verfassen eines Redaktionsbeschlusses auf Basis der eingegangenen Gutachten, die redaktionelle Bearbeitung eingereichter Texte sowie das Layout und Lektorat vor der finalen Veröffentlichung. Vieles wird in Kleingruppen erledigt; so sind immer zwei oder drei Studierende für einen Beitrag zuständig, suchen für diesen passende externe Gutachter:innen, schreiben selbst ein Review und übernehmen die redaktionelle Kommentierung und das Lektorat in zwei oder drei Überarbeitungsschleifen. Die Kommunikation innerhalb des Plenums, aber auch innerhalb dieser Kleingruppen erfordert kontinuierliche Abstimmung sowohl auf inhaltlicher als auch auf sozialer Ebene. Unterschiede in Vor- und Erfahrungswissen, Kommunikationsstilen, zeitlichen Ressourcen und Verantwortungsbewusstsein machen die Zusammenarbeit zu einem sozialen Lernfeld, in dem Reibungen sichtbar werden, aber auch Routinen entstehen und die Studierenden ihr Verständnis von Wissenschaftspraxis weiterentwickeln. Diese Form der Zusammenarbeit erfordert ein hohes Maß an gegenseitiger Responsivität – ein Begriff, der aus Perspektive der Care-Ethik zentrale Bedeutung gewinnt. Care zeigt sich hier nicht primär als emotionale Haltung, sondern als Praxis der Koordination, des gegenseitigen Zu- und Hinhörens, des Einspringens bei Engpässen und der Wahrnehmung individueller Belastungsgrenzen. Entscheidungen wie etwa bezüglich der Annahme oder Ablehnung eines Abstracts, zur Priorisierung von Aufgaben oder zum Umgang mit Gutachten werden gemeinsam getroffen, oft im Spannungsfeld zwischen Qualitätsanspruch, Fristen und pragmatischer Machbarkeit. Die Redaktion entwickelt dabei, oft implizit, Modi der Fürsorge füreinander, die sich teils in Kleinigkeiten zeigen: der Übernahme von zusätzlichem Workload, dem Aushandeln fairer Aufgabenverteilung, dem gegenseitigen Korrekturlesen von redaktionellen Kommentierungen oder dem Ermutigen in Stressphasen.

Besonders deutlich wird dieser care-basierte Zugang in den Reviewprozessen. Die Studierenden sind zum einen für die Recherche geeigneter Gutachter:innen zuständig, zum anderen verfassen sie nach entsprechender Vorbereitung auch selbst ein eigenes Gutachten, das die Lehrperson inhaltlich begleitet und sprachlich überarbeitet, bevor es gemeinsam mit zwei weiteren Reviews den Autor:innen zur Verfügung gestellt wird. Der Peer-Review-Prozess wird dabei als dialogische Praxis vermittelt, die sorgfältige und klare Kommunikation und einen respektvollen Umgang miteinander voraussetzt. In ihren Gutachten reflektieren die Studierenden die Wirkung ihrer Formulierungen, wägen Kritik sachlich ab und bemühen sich um ein konstruktives Feedback. In diesen Momenten wird wissenschaftliche Kommunikation für sie als inhaltlicher, aber auch als ethischer Prozess begreifbar.

Dass dieses Projekt jedes Jahr von einer wechselnden Gruppe gestaltet wird, bedeutet, dass keine durch Automatismen vereinfachten Abläufe übernommen werden können. Stattdessen entsteht jedes Mal ein neues, temporäres Netzwerk aus Kommunikationspraktiken, Arbeitsstilen, geteiltem Wissen und situationsabhängiger Improvisation. Die Konstanz der Lehrperson in der ersten Übung sorgt dabei für einen stabilen Bezugsrahmen, der dazu beiträgt, einen gewissen qualitativen Standard zu erhalten. Die jährlich wechselnde Lehrperson der zweiten Übung erarbeitet mit den Studierenden auf der Basis einschlägiger Literatur ein fundiertes Verständnis des jeweiligen Schwerpunktthemas, um auf diese Weise eine Grundlage für die inhaltliche Beurteilung eingereichter Beiträge und für die reflektierte Mitgestaltung redaktioneller Prozesse zu schaffen. Kommunikation innerhalb der Gruppe findet über eine Vielzahl von Kanälen statt – von formellen Absprachen im Seminarraum über Messenger-Dienste, geteilte Cloud-Dokumente, Abstimmungen in E-Mails bis hin zu bilateralen und eher informellen Gesprächen. Diese mediale Verflechtung erzeugt ein dichtes Netz an Interaktionen, in dem Arbeitsteilung und Entscheidungsprozesse kontinuierlich koordiniert werden müssen. Die unterschiedlichen Plattformen und Kommunikationstools dienen als Werkzeuge, schaffen aber auch Transparenz und Sichtbarkeit (wer arbeitet woran?), Verbindlichkeit (wer hat welche Aufgabe übernommen?) und bieten Möglichkeiten zur gegenseitigen Absicherung. Gleichzeitig sind sie jedoch anfällig für Missverständnisse, unverbindliches Verhalten und Überforderung – Phänomene, die im Verlauf des Projekts immer wieder thematisiert und bearbeitet werden müssen.

Die soziale Dynamik der Redaktion von kommunikation.medien zeichnet sich somit durch ein Wechselspiel aus Autonomie und Anleitung, Eigenverantwortung und kollektiver Aushandlung, individueller Leistung und geteilter Sorge aus. In dieser Konstellation entsteht eine Form redaktioneller Praxis, die nur teilweise auf institutionalisierte Beständigkeit aufbaut, und primär auf Kooperation und kommunikative Feinabstimmung angewiesen ist und gerade darin ihren spezifischen Charakter als graduate-led Journal gewinnt.

4.2 Institutionelle Einbettung und Kooperationsstrukturen

Die redaktionelle Praxis bei kommunikation.medien ist nicht allein durch die Dynamiken der jeweils aktuellen Studierendengruppe geprägt. Sie erfordert vielmehr eine Reihe institutioneller Koordinationsleistungen, die den organisatorischen Rahmen sichern und eine langfristige Durchführung und kontinuierliche Weiterentwicklung des Projekts ermöglichen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit innerhalb des Fachbereichs Kommunikationswissenschaft. Die konstante Leitung der ersten Übung sorgt sowohl für didaktische Kohärenz und die Übermittlung zentraler Standards als auch für die Weitergabe redaktionellen Erfahrungswissens. Die Rotation in der zweiten Übung trägt dazu bei, dass das Journal immer wieder inhaltlich neue Akzente setzen kann. Der Austausch unter den Lehrenden wirkt auf das Projekt selbst zurück und stärkt die Einbindung des Journals in den Fachbereich als Ganzes: Die thematische Vielfalt der Ausgaben spiegelt die Breite der am Fachbereich vertretenen Forschungsthemen wider und stärkt zugleich die institutionelle Verankerung des Projekts, indem sie Anknüpfungspunkte für fachliche Zugehörigkeit und kollektive Identifikation schafft. Auch auf der Ebene der Begutachtung ist der Fachbereich unmittelbar eingebunden, denn es gehört zum Selbstverständnis des Projekts, dass interne Reviewer:innen zur Qualitätssicherung herangezogen werden. Diese Praxis stützt den redaktionellen Prozess und verankert das Journal auf weitere Weise im institutionellen Gefüge.

Dass das Masterprojekt heute fest im Curriculum verankert ist, ist Ergebnis einer längeren Entwicklung mit nicht immer geradlinigem Verlauf. In den ersten Jahren wurde kommunikation.medien zunächst von einer einzelnen Lehrperson betreut; in späteren Phasen tauchte es in unterschiedlichen curricularen Zusammenhängen auf, wurde teilweise als Wahlfach geführt und zeitweise in einem kleineren Rahmen als praxisorientierte Lehrveranstaltung mit nur zwei Modulteilen organisiert, was eine kohärente Durchführung mitunter erschwerte. Die heute bestehende Form hat sich schrittweise herausgebildet, auch als Reaktion auf wachsende Anforderungen an die Qualitätssicherung und an die Integration in hochschulweite Open-Access-Strategien. Nachdem das Format im Zuge der Mastercurriculum-Reform 2024 abermals beibehalten wurde, lässt sich ihm eine gewisse institutionelle Anschlussfähigkeit und organisatorische Beständigkeit attestieren.

Ergänzend hierzu übernimmt eine Studienassistenz am Fachbereich Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg über den gesamten Jahreszyklus hinweg verschiedene Aufgaben im Journal-Kontext und sichert die Kontinuität der redaktionellen Abläufe. Zu den wiederkehrenden Tätigkeiten zählen die Kommunikation mit Autor:innen und Gutachter:innen, die Organisation der Call-Aussendungen, die Koordination des Redaktionskalenders sowie die systematische Dokumentation und Archivierung aller Einreichungen. Vor dem Hintergrund der theoretischen Ausführungen lässt sich die Rolle der Studienassistenz als Teil einer institutionellen Care-Infrastruktur fassen. Sie unterstützt die redaktionelle Praxis dort, wo Übergänge, Brüche oder punktuelle Überlastungen auftreten, beispielsweise durch die Übernahme zeitkritischer Kommunikation oder die Sicherung konstanter Abläufe. Diese Form organisatorischer Fürsorge trägt zur Verlässlichkeit der redaktionellen Rahmenbedingungen bei und schafft einen stabilen Kontext für kollaborative Arbeit unter wechselnden personellen Konstellationen. Dass ein Journal, das jährlich neu von Studierenden herausgegeben wird, unter diesen Bedingungen professionell arbeiten kann, ist ohne die genannten strukturellen und kommunikativen Verflechtungen kaum denkbar.

Über die inhaltlich-didaktische Dimension und den Fachbereich hinaus hat sich das Projekt in organisatorischer und technischer Hinsicht seit seiner Gründung 2011 zunehmend professionalisiert. Während die Veröffentlichung in der Anfangsphase dezentral über eine eigenverantwortlich betreute WordPress-Seite außerhalb institutioneller Infrastrukturen erfolgte, wird das Journal mittlerweile auf dem institutionellen Open-Access-Server der Universitätsbibliothek der Universität Salzburg gehostet. Zum Einsatz kommt dabei das System Visual Library Manager in der aktuellen Version 3 (Stand: August 2025). Mit dem Hosting sind verschiedene Services verbunden, die teilweise durch die Österreichische Bibliothekenverbund und Service GmbH (OBVSG) erbracht werden, darunter die Einbindung bibliographischer Metadaten in den Verbundkatalog, die Vergabe von URNs sowie die Bereitstellung einer OAI-Schnittstelle. Ergänzend übernimmt die Universitätsbibliothek Salzburg die Betreuung der Landingpages, die Nachbearbeitung bibliographischer Metadaten und die zusätzliche Vergabe von DOIs. Durch diese Kooperation wird die wissenschaftliche Rezeption des Journals erleichtert und zugleich eine verlässliche Langzeitarchivierung gewährleistet. Die Bibliothek unterstützt zudem strategische Maßnahmen zur Sichtbarmachung des Journals, etwa durch Beratung zu Indexierungsfragen oder zur Open-Access-Policy. Auch finanzielle Mittel werden seitens der Universitätsbibliothek gestellt. Seit der Einrichtung einer Förderung für Open-Access-Zeitschriften aus dem universitären Open-Access-Fonds, auf die sich das Projekt vor einigen Jahren erfolgreich bewarb, erhält kommunikation.medien jährlich 2.000 Euro, die vorrangig für das Lektorat englischsprachiger Beiträge, teilweise auch deutschsprachiger Texte eingesetzt werden. Diese Form der projektgebundenen Förderung trägt wesentlich dazu bei, redaktionelle Standards aufrechtzuerhalten und internationale Einreichungen zu erleichtern, wodurch die Sichtbarkeit des Journals über den deutschsprachigen Raum hinaus erweitert werden konnte.

4.3 Externe Kommunikationsbeziehungen und institutionalisierte Außenkontakte

Die Herausgabe eines Journals, das sich speziell an Early-Career-Researcher richtet, setzt neben interner Koordination und didaktischer Einbindung ein belastbares Netzwerk an externen Kommunikationsbeziehungen voraus. kommunikation.medien adressiert deshalb auch Akteur:innen außerhalb des universitären Lehrkontexts, deren Beiträge, Begutachtungen und Rückmeldungen zentral für die Qualität und Relevanz des Journals sind. Die Interaktion mit diesen externen Beteiligten folgt nicht bloß funktionalen Erfordernissen, sondern ist durch betreuende Tätigkeiten, dokumentarische Achtsamkeit und kommunikative Feinabstimmung geprägt – Aspekte, die im Rahmen der Care-Perspektive als grundlegender Bestandteil wissenschaftlicher Infrastrukturen verstanden werden.

Zu den wichtigsten externen Gruppen gehören die Autor:innen. Kurz nach dem Kick-off des Masterprojekts im Oktober jedes Jahres formulieren die Studierenden als eine der ersten Anforderungen in der ersten Übung einen Call for Papers, der den Auftakt der Kommunikation mit potenziell Beitragenden bildet. Die Ausschreibung richtet sich gezielt an Institute, Fachgesellschaften und Studiengangskoordinator:innen im gesamten deutschsprachigen Raum und wird sowohl über institutionelle Verteiler als auch über persönliche Kontakte, Mailinglisten und Social Media verbreitet. Ziel ist es, insbesondere Absolvent:innen zu erreichen, die ihre Abschlussarbeiten in wissenschaftliche Artikel überführen möchten, idealerweise in enger Abstimmung mit ihren ehemaligen Betreuer:innen, aber nicht ausschließlich. Die Kontaktpflege zu relevanten Verteilerstellen, die kontinuierliche Erweiterung der Datenbank sowie das Anschreiben von Studiengangskoordinator:innen übernimmt die Studienassistenz im Austausch mit der Lehrveranstaltungsleitung. Dass diese Adresspflege langfristig angelegt ist, hat einen einfachen Grund: In einem Projekt mit ständig wechselnder studentischer Besetzung braucht es verlässliche, dauerhaft tragfähige Strukturen.

Neben der Veröffentlichung über klassische Kanäle kommt den Social-Media-Aktivitäten der Redaktion eine zentrale Rolle bei der Sichtbarkeit des Journals zu, auch über die Aussendung des Call for Papers hinaus. Auf den Plattformen Instagram10 und LinkedIn11 geben Studierende Einblicke in redaktionelle Abläufe und berichten regelmäßig über Fristen, Inhalte rund um das jeweilige Schwerpunktthema, Veranstaltungen und Neuigkeiten aus dem universitären Umfeld sowie über aktuelle Entwicklungen im Bereich OA (z.B. neue Abkommen mit Verlagen, politische Richtungsentscheidungen etc.). Die Betreuung dieser Kanäle ist Teil der Lehrveranstaltung und damit sowohl eine publizistische als auch eine reflexive Praxis: Die Studierenden bringen hier ihr technisches Vorwissen und ihre Gestaltungskompetenz ein und setzen sich zudem mit Formen der Wissenschaftskommunikation auseinander. Je nach Jahrgang variiert die mediale Gestaltung, was dem Journal ein gewisses Maß an kontextabhängiger Kreativität verleiht, gleichzeitig aber auch Fragen der institutionellen Kohärenz aufwirft. In der Care-Perspektive lassen sich diese Aktivitäten als Beitrag zur Aufrechterhaltung von Sichtbarkeit und Beziehungspflege in einem digitalen Öffentlichkeitsraum verstehen, der stark auf permanente Aufmerksamkeit angewiesen ist.

Ein weiterer zentraler Bereich externer Kooperationen ist das Peer-Review-Verfahren. Pro Beitrag werden in der Regel drei Gutachten eingeholt: eines von einem Mitglied des studentischen Redaktionsteams, eines von einer fachlich passenden Person aus dem Fachbereich Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg sowie ein weiteres idealerweise von einer externen Person mit einschlägiger thematischer Expertise. Die Auswahl dieser externen Gutachter:innen erfolgt durch die Studierenden auf Basis eines Kriterienrasters und unter Einbeziehung einer internen Datenbank, die Kontakte und Rückmeldungen vergangener Jahre dokumentiert. Die Sorgfalt, mit der diese Daten gepflegt werden müssen – etwa im Hinblick auf Wiederansprachen, Absagen oder explizite Ausschlüsse –, verweist auf einen häufig übersehenen Aspekt redaktioneller Infrastruktur: die Notwendigkeit dokumentierter Erinnerung in einem temporär besetzten, jährlich neu zusammengesetzten Team. Diese Form der Pflegearbeit war in den Anfangsjahren vollständig den Studierenden überlassen, was teils zu unangemessenen Kommunikationssituationen führte. Inzwischen wurde dieser sensible Bereich an die Studienassistenz ausgelagert, die über eine zentrale E-Mail-Adresse kommuniziert. Diese institutionalisierte Kommunikationsschnittstelle stellt sicher, dass Autor:innen und Gutachter:innen nicht mit wechselnden Ansprechpartner:innen konfrontiert sind, und ermöglicht eine verlässliche Nachverfolgbarkeit der Korrespondenz. Die Delegation dieser Aufgabe lässt sich unter anderem auch als eine Form der Anerkennung von Tätigkeiten verstehen, die der Stabilisierung langfristiger, vertrauensvoller Kommunikationsbeziehungen dienen.

Schließlich ist der wissenschaftliche Beirat von kommunikation.medien eine weitere Schnittstelle zur Fachöffentlichkeit. Seine Mitglieder – aktuell im Jahr 2025 elf Kommunikationswissenschaftler:innen aus dem deutschsprachigen Raum und darüber hinaus – beraten punktuell zur inhaltlich-organisatorischen Ausrichtung des Journals, schlagen geeignete Gutachter:innen vor und übernehmen in Einzelfällen selbst Begutachtungen. In der alltäglichen redaktionellen Arbeit ist der Beirat bislang jedoch wenig eingebunden; sein Potenzial für strategische Weiterentwicklung des Journals wäre ggf. noch stärker nutzbar zu machen. Gleichwohl ist seine Existenz von symbolischer Bedeutung: Er stärkt die Legitimation des Journals, erweitert das Netzwerk und verweist auf Anschlussmöglichkeiten in der wissenschaftlichen Community.

Insgesamt zeigt sich auf dieser Ebene, dass wissenschaftliches Publizieren in einem graduate-led Kontext nicht ohne komplexe Kooperationsbeziehungen auskommt. Diese erfordern Ressourcen und klare Strukturen, aber vor allem auch Aufmerksamkeit für die kommunikative Pflege von Beziehungen, für die dokumentarische Sicherung von Arbeitsprozessen und für ein sensibles Gleichgewicht zwischen institutionalisierter Kommunikation und studentischer Eigenverantwortung. Gerade im Zusammenspiel von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, von formaler Zuständigkeit und informeller Beziehungsarbeit wird deutlich, dass auch in den Außenbezügen des Journals Praktiken der Sorge eine tragende Rolle spielen.

5 Diskussion und Ausblick: Zum Potenzial und zu den Grenzen eines kollaborativen OA-Modells

Die Analyse von kommunikation.medien hat exemplarisch gezeigt, wie ein wissenschaftliches Publikationsformat jenseits etablierter Verlagssysteme durch kollektive, institutionell eingebettete und Care-orientierte Praktiken getragen werden kann. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie ein jährlich neu zusammengesetztes Redaktionsteam aus Studierenden in der Lage ist, ein qualitätsgesichertes Open-Access-Journal herauszugeben und welche strukturellen, organisatorischen und epistemischen Voraussetzungen hierfür notwendig sind. Im abschließenden Kapitel sollen die Implikationen dieses Modells kritisch diskutiert und vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen im wissenschaftlichen Publikationswesen eingeordnet werden.

Graduate-led Publishing als Zukunftsmodell?

Das bei kommunikation.medien praktizierte graduate-led publishing stellt ein neuartiges Modell im Open-Access-Spektrum dar, das sich insbesondere durch die institutionalisierte Einbindung von Masterstudierenden in die redaktionelle Praxis auszeichnet. Es schafft Publikationsgelegenheiten für Erstautor:innen und kombiniert die Herausgabe eines Journals mit wissenschaftlicher Ausbildung. In diesem Sinne kann es als Beitrag zur „bibliodiversity“ (Berger, 2021) verstanden werden, also zur Förderung vielfältiger Trägerschaften, Formate und Zielgruppen in der wissenschaftlichen Publikationslandschaft. Gleichwohl ist dieses Modell mit erheblichem Koordinationsaufwand verbunden. Die Verantwortung, das komplexe Geflecht an Aufgaben und Beziehungen jedes Jahr neu aufzubauen und zu moderieren, liegt zu einem wesentlichen Teil bei den Lehrenden. Diese sichern nicht nur Qualität und Kontinuität, sind auch für die reibungslose Einbettung in institutionelle Abläufe und die Kommunikation mit externen Akteur:innen verantwortlich. Gerade weil die redaktionellen Aufgaben nicht vollständig formalisiert werden können, sind Begleitung und proaktive Unterstützung durch die Lehrveranstaltungsleitung unabdingbar. Die damit verbundenen Anforderungen zeigen, dass graduate-led Modelle langfristig nur tragfähig sind, wenn sie in ein stabiles Unterstützungsgefüge eingebettet sind – personell, institutionell und finanziell.

Fehlertoleranz und Lernprozesse

Ein weiteres zentrales Merkmal des Modells ist ein konstruktiver Umgang mit Fehlern und Unsicherheiten. Redaktionelle Entscheidungen, die Kommunikation mit Autor:innen über redaktionelle Kommentare oder die Auswertung und Zusammenführung von Begutachtungen verlaufen nicht immer reibungslos – und können es auch nicht, wenn sie bei Personen liegen, die zum ersten Mal mit wissenschaftlichem Publizieren in Berührung kommen. Die daraus entstehende Notwendigkeit, Verantwortung zu übergeben und zugleich Qualität zu sichern, erfordert eine Balance zwischen Kontrolle und Vertrauen. Entscheidende Voraussetzung dafür ist eine solide Schulung der Studierenden in den beiden Übungen des Wintersemesters, die Grundlagenwissen, ethische Orientierung und Handlungskompetenz im Publikationsprozess vermitteln. Ohne diese Vorbereitung wäre die Herausgabe einer vollständigen Ausgabe im Sommer kaum leistbar.

Zeitstruktur und Erwartungsmanagement

Gerade zum Ende des Studienjahres, wenn überarbeitete Beiträge zurückkommen, finale Korrekturen anstehen und die Veröffentlichung vorbereitet wird, verdichtet sich die Arbeit. Das Lehrprojekt folgt dabei keinem linearen Zeitplan, vielmehr ist es stark von responsiven Momenten geprägt: Feedbackprozesse, unvorhergesehene Verzögerungen, spontane Absprachen. Studierende erfahren Wissenschaft in diesem Kontext jenseits von Planbarkeit vor allem als ein reaktives Geschehen, das flexible Anpassung und Aufmerksamkeit erfordert – ein Aspekt, den die Care-Perspektive besonders hervortreten lässt. Für viele ist diese Unvorhersehbarkeit herausfordernd, zumal die Studierenden in der Regel noch andere Studienleistungen erbringen müssen. Die Fähigkeit, flexibel auf den Redaktionsalltag zu reagieren, ist eine Organisationsaufgabe und zugleich ein soziales Lernfeld, das kooperative Arbeitsweisen einübt.

Peer Review: Anspruch und Realität

Besonders komplex gestaltet sich im redaktionellen Alltag das Einholen externer Gutachten. Das Journal steht hier vor einer doppelten Herausforderung: Zum einen ist es als Early-Career-Plattform weniger etabliert und besitzt nicht das Renommee großer Fachzeitschriften. Zum anderen orientiert sich der Begutachtungsauftrag an der Besonderheit der Beiträge, da viele von Erstautor:innen stammen, für die konstruktives, motivierendes Feedback entscheidend ist. Die Ansprache potenzieller Gutachter:innen muss dies berücksichtigen, ohne an Professionalität einzubüßen. Dass sich dieser Prozess in den vergangenen Jahren zunehmend zäher gestaltet, ist jedoch kein spezifisches Problem von kommunikation.medien, sondern Teil einer allgemeinen Entwicklung, die unter dem Begriff der reviewer fatigue diskutiert wird: Peer Review stützt sich auf eine begrenzte Zahl ohnehin stark belasteter Forschender, wodurch Einladungen häufiger abgelehnt werden und sich Reviewzyklen verlängern (Breuning et al., 2015; Irfanullah, 2025). Vor dem Hintergrund wachsender Einreichungszahlen, möglicherweise auch befördert durch KI-gestützte Textproduktion, stellt sich diesbezüglich eher die grundsätzliche Frage, ob das derzeitige Peer-Review-System in seiner bestehenden Form zukunftsfähig ist.

Datenschutz und Dokumentation: Herausforderungen kollaborativer Organisation

Auch datenschutzrechtlich bringt das Modell Herausforderungen mit sich: Eingereichte Manuskripte und Korrespondenzen liegen nicht auf einem zentralen, den geltenden Datenschutzbestimmungen entsprechenden Server der Universität Salzburg, sondern zirkulieren auch in der Lehrveranstaltung, auf privaten Geräten und in gemeinsam genutzten Cloud-Ordnern. Während dies für die praktische Umsetzung unverzichtbar ist, sind hier keine durchgängig hochschulkonformen Standards gewährleistet. Ähnliches gilt für die redaktionelle Dokumentation. Das Projekt lebt davon, dass Informationen über Einreichungen, Gutachten und Kommunikationsverläufe übergeben und zugänglich gemacht werden. Die Vielzahl an Beteiligten und die dezentrale Speicherung erfordern jedoch eine kontinuierliche Dokumentationspraxis, die in der alltäglichen Arbeit leicht unterlaufen werden kann. Dass hier – etwa durch die zentrale Rolle der Studienassistenz – mittlerweile institutionelle Lösungen etabliert wurden, ist ein wichtiger Schritt. Doch es bleibt die Herausforderung bestehen, Redaktionswissen strukturell zu sichern und zugänglich zu halten.

Nachhaltigkeit und Ermöglichungsstrukturen

Nachhaltigkeit zeigt sich im Kontext von kommunikation.medien in mehrfacher Hinsicht: als Stabilität redaktioneller Abläufe, als Verfügbarkeit organisatorischen Wissens und als institutionelle Absicherung des Projekts. Seit 13 Jahren erscheint das Journal kontinuierlich und verweist damit auf die Tragfähigkeit dieses Modells. Ohne die kontinuierliche Unterstützung durch den Fachbereich und die Universitätsbibliothek wäre das Journal in seiner derzeitigen Form jedoch kaum denkbar. Die infrastrukturelle und finanzielle Absicherung, wie sie etwa der Open-Access-Fonds bietet, bildet die Basis dafür, dass das Projekt jedes Jahr aufs Neue umgesetzt werden kann. Solche Ressourcen fungieren als zentrale Ermöglichungsstrukturen, die den Handlungsspielraum der Beteiligten sichern und verlässliche Rahmenbedingungen schaffen. Ein rein lehrveranstaltungsbasiertes, ressourcenfreies Modell würde entweder überfordern oder auf Dauer zu Lasten einzelner Akteur:innen gehen. Die Kontinuität des Projekts hängt somit auch von einer gewissen Widerstandsfähigkeit gegenüber strukturellen Veränderungen und personellen Fluktuationen ab. Eine derartige Form von institutioneller Wandlungsfähigkeit, verstanden als Fähigkeit zur Anpassung, Offenheit und Lernfähigkeit, stellt selbst wiederum eine wichtige Ermöglichungsstruktur dar und ist somit zentral für die Zukunftsfähigkeit vergleichbarer Formate.

Fazit

Graduate-led Journale wie kommunikation.medien eröffnen neue Spielräume für kollaboratives Publizieren und setzen wichtige Impulse für eine partizipative Wissenschaftspraxis. Sie zeigen, dass Qualität, Offenheit und Nachwuchsförderung vereinbar sein können, sofern hierfür tragfähige Ermöglichungsstrukturen vorhanden sind. Die Care-Perspektive lenkt den Blick auf Aspekte, die über formale Regeln und Ressourcen hinausreichen, etwa kontinuierliche Koordination, relationale Aufmerksamkeit und geteilte Verantwortung. Aus dieser Perspektive wird deutlich, dass wissenschaftliches Publizieren eine kontinuierliche Praxis ist, die auf infrastrukturelle Stabilität und Sorgearbeit gleichermaßen angewiesen ist. Die langfristige Funktionsfähigkeit wissenschaftlichen Publizierens erfordert daher öffentliche Absicherung (Tautz et al., 2025). Nachhaltigkeit erhält in diesem Verständnis eine institutionelle Dimension, die stabile Strukturen und verlässliche Rahmenbedingungen für wissenschaftliche Kommunikation umfasst.

Danksagung

Mein besonderer Dank gilt den jährlich wechselnden Studierendenkohorten, die kommunikation.medien mit ihrem außerordentlichen Engagement, großer Umsicht und redaktioneller Sorgfalt gestalten. Für die kontinuierliche institutionelle Unterstützung am Fachbereich Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg danke ich der Fachbereichsleitung, insbesondere Josef Trappel. Ich danke außerdem der Universitätsbibliothek Salzburg, allen voran Linda Ohrtmann und dem OA-Team, für die technische Betreuung und die finanzielle Förderung über den Open-Access-Fonds. Wertvolle Beiträge leisten zudem meine Salzburger Kolleg:innen, die das Projekt durch fachliche Impulse und Gutachten unterstützen. Ein besonderer Dank gilt Berkan Bagtas für die verlässliche organisatorische Begleitung seit seiner Übernahme des Redaktionsbüros im Jahr 2023. Nicht zuletzt danke ich den anonymen Gutachter:innen, deren kritische Lektüre und konstruktives Feedback maßgeblich zur Qualität der veröffentlichten Beiträge beigetragen haben.

Datenverfügbarkeit

Alle relevanten Daten befinden sich innerhalb der Veröffentlichung.

Interessenskonfliktstatement

Die Autorin ist als verantwortliche Lehrperson für das Masterprojekt tätig, aus dem das hier analysierte Journal hervorgeht.

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  1. https://awards.oeglobal.org/awards/2025/open-practices/kommunikation-medien/↩︎

  2. Eine Übersicht über die in Heft 17 (Schwerpunktthema „Künstliche Intelligenzen in der Kommunikation“) veröffentlichten Beiträge gibt es hier: https://eplus.uni-salzburg.at/JKM/periodical/titleinfo/12057393.↩︎

  3. https://www.on-culture.org/↩︎

  4. Die Kooperation geht auf persönliche Verbindungen zu Amalia Nurul Muthmainnah zurück, Absolventin des Erasmus-Masterprogramms Digital Communication Leadership (DCLead) u.a. an der Universität Salzburg und anschließend Dozentin sowie internationale Koordinatorin an der Universitas 17 Agustus 1945 Surabaya. Seit 2022 organisiert diese Universität gemeinsam mit Partnerhochschulen ein jährliches Undergraduate Research Symposium, aus dem bislang zwei Salzburger Sonderfenster (2023 und 2024) mit ausgewählten Beiträgen hervorgingen.↩︎

  5. Weitere Informationen: https://www.coalition-s.org/↩︎

  6. https://www.dgpuk.de/de/publikationen/scm↩︎

  7. https://netlibrary.aau.at/medienjournal/wiki/info_authors↩︎

  8. https://sgkm.ch/de/fachzeitschrift↩︎

  9. https://journals.sub.uni-hamburg.de/hup2/kommges/about↩︎

  10. https://www.instagram.com/kommunikation.medien/↩︎

  11. https://www.linkedin.com/company/kommunikation-medien/↩︎

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2025-09-14

Akzeptiert

2025-12-08

Veröffentlicht

2026-03-02