Literatur + Gewalt

Zur Darstellung der Frauenmorde in Mexiko in Roberto Bolaños 2666

  • Angelika Groß Universität Osnabrück
Schlagworte: Antiästhetik der Gewalt, Femizid, Mexiko, Roberto Bolaño, 2666

Abstract

Seit den 1990er Jahren wird die Grenzregion zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten von Amerika – insbesondere Ciudad Juárez – von Hunderten von Feminiziden erschüttert. Es handelt sich um Morde an Mädchen und Frauen, deren geschändete und verstümmelte Körper später in der Wüste in der Umgebung der Stadt oder auf Müllhalden wiederauftauchen, während die Täter ungestraft davonkommen. Diese Leichname sind nicht nur Ausdruck verschiedener Arten von Gewalt, sondern verweisen auch auf bestimmte soziale und kulturelle Strukturen, die zu den beschriebenen Morden führen, auf Korruption oder auch auf (postkoloniale) hierarchische Machtstrukturen. In den letzten Jahren haben die Medien den Feminiziden in der Grenzregion immer mehr Aufmerksamkeit gewidmet, sowohl von nationaler, als auch von internationaler Warte. Der vorliegende Beitrag analysiert die literarische Darstellung der Feminizide im Roman 2666 (2004) von Roberto Bolaño und möchte Perspektiven und Möglichkeiten einer solchen literarischen Darstellung von Gewalt beleuchten.

Autor/innen-Biografie

Angelika Groß, Universität Osnabrück

Nach dem Studium der Anglistik und Romanistik (Französisch/Spanisch) an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br. (2007-2013) war Angelika Groß zunächst wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Romanische Kulturwissenschaften an der Universität Osnabrück (2013-14). Seit 2013 ist sie assoziiertes Mitglied des Graduiertenkollegs GRK 1767 « Faktuales und fiktionales Erzählen » an der Universität Freiburg und seit 2014 Lehrkraft für besondere Aufgaben für Romanische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Osnabrück. In ihrem Promotionsprojekt beschäftigt sie sich mit Gewalt, Traumata und Strategien des coming-to-terms in der französisch- und spanischsprachigen Literatur des 21. Jahrhunderts.

Kreuze zum Andenken an ermordete Frauen in Lomas del Poleo (Chihuaha), Quelle: wikimedia commons/iose. CCO.
Kreuze zum Andenken an ermordete Frauen in Lomas del Poleo (Chihuaha), Quelle: wikimedia commons/iose. CCO.
Veröffentlicht
2018-12-12
Zitation
[1]
Groß, A. 2018. Literatur + Gewalt. apropos [Perspektiven auf die Romania]. 1 (Dez. 2018), 89-107. DOI:https://doi.org/10.15460/apropos.1.1260.
Rubrik
Dossier