The Librarians – Filmreview

  • Klara Korcova Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Deutschland
    Studierende im 5. Semester des Bachelorstudiengangs Bibliotheks- und Informationsmanagement

DOI:

https://doi.org/10.15460/apimagazin.2026.7.1.284

Schlagworte:

Filmreview, Buchzensur, USA

Begutachtung

  • Prof. Christine Gläser HAW Hamburg

Abstract

Der Film „The Librarians“ (2025) von Regisseurin Kim A. Snyder dokumentiert die rapide zunehmende Welle von Buchverboten in den konservativen Südstaaten der USA. Seit 2021 stehen vor allem Schulbibliotheken im Mittelpunkt politisch motivierter Zensur. Rechte und republikanische Gruppen wollen unter dem Vorwand des Kinderschutzes gezielt Literatur von schwarzen Autor*innen sowie historische und queere Inhalte entfernen lassen.

1 The Librarians – Filmreview

Titel: The Librarians1 (2025)

Originaltitel: The Librarians

Regie: Kim A. Snyder

Genre: Dokumentarfilm

The Librarians ist ein 92-minütiger Dokumentarfilm von der Regisseurin Kim A. Snyder. Er hatte seine Premiere auf dem Sundance Filmfestival am 24.01.20252. Sarah Jessica Parker ist geschäftsführende Produzentin. Er zeigt, wie vor allem in den konservativen Südstaaten der USA, den sogenannten „Red States” seit 2021 immer mehr Bücher verboten werden. Betroffen sind davon hauptsächlich Schulbibliotheken, bei denen sich rechte Organisationen wie „Moms for Liberty” unter dem Vorwand Kinder zu schützen, stark für das Verbot von schwarzen Autor*innen und LGBTQ-freundlichen Themen sowie Büchern über den Holocaust einsetzen.

Durch private Aufnahmen und persönliche Einblicke erlebt man hautnah, wie Bibliothekar*innen, Schüler*innen und Aktivist*innen gegen den aufsteigenden Faschismus in Amerika kämpfen. Weil sie sich für den Erhalt von intellektueller Freiheit, demokratische Grundwerte und freie Selbstentfaltung einsetzen, werden sie die Zielscheibe für republikanischen Hass.

So zeigt der Film, wie diejenigen, die ihre Stimme erheben und sich gegen das Verbannen der Bücher wehren, persönlich angegangen werden. Bibliothekar*innen und Aktivist*innen, die das Gespräch in Debatten suchen, werden verbal, psychisch und physisch attackiert. Ihre Namen werden online geteilt und sie werden massenhaft angegangen und angezeigt, bis sie ihren Job verlieren. Hätte man vor 10 Jahren Schulbibliothekar*innen gefragt, ob sie in ihrem Beruf Angst haben, hätten sie gelacht. Heute trauen sich viele unbewaffnet nicht mehr aus dem Haus.

Die gruseligste Dystopie des Jahres, wäre es keine Doku. Eindringlich und intensiv beobachtet The Librarians die aufkommende anti-intellektuelle Bewegung, die sich besonders in den letzten fünf Jahren rasant in den USA ausgebreitet hat. Die Stärke des Films liegt darin, zu zeigen, wie fehlgeleitete Entscheidungen auf legislativer Ebene direkt und fast unmittelbar einzelnen Bürger/*innen schaden. Dies betrifft insbesondere die verwundbarsten, marginalisierten Mitglieder der Gesellschaft.

Der Dokumentarfilm schafft mit der ernsten Thematik und den persönlichen emotionalen Eindrücken der Bibliothekar*innen eine deutliche Tiefe. Clips aus alten Filmen, die die Thematik ebenfalls aufgreifen, werden hierfür geschickt eingesetzt.

Bibliothekar*innen setzen sich persönlich für den Schutz der Demokratie ein. Für die Zuschauer*innen ist es zutiefst erschütternd zu erleben, wie sie von der radikalen Rechten dämonisiert werden. Kim A. Snyder stellt sicher, dass sie korrekt und mit ihren eigenen Worten dargestellt werden. Dies erscheint besonders essenziell, angesichts der politischen Rahmenbedingungen in den USA, während Trump seine erneute Präsidentschaft antritt. Momentan laufen vereinzelte Screenings von The Librarians überwiegend in den USA, aber auch in Deutschland und Europa3.


  1. Siehe KA SNYDER PRODUCTIONS, 2025, The Librarians [online] Kim A Snyder, [Zugriff am 01.12.2025] Verfügbar unter: https://thelibrariansfilm.com.↩︎

  2. DOGWOOF 2026, The Librarians. [online] [Zugriff am: 20.01.2026] Verfügbar unter: https://releasing.dogwoof.com/the-librarians.↩︎

  3. Informationen zu Screenings: https://thelibrariansfilm.com/screenings/.↩︎

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Erhalten

02.12.2025

Akzeptiert

14.01.2026

Veröffentlicht

11.02.2026