Digitale Souveränität
Zur politischen Dimension von Publikationsinfrastrukturen in der Hand der Wissenschaft
DOI:
https://doi.org/10.15460/kommges.2025.26.1.1627Schlagworte:
Digitale Souveränität, Open Access, Wissenschaft, Demokratie, PublizierenAbstract
Digitale Souveränität ist ein konzeptionell offener Begriff der Digitalpolitik, der Fragen der Regulierung und Kontrolle von digitalen Daten und Infrastrukturen adressiert und dabei den Staat als Akteur rezentriert. Im Wissenschaftssystem wird digitale Souveränität unter anderem im Feld der Informations- und Publikationsinfrastrukturen aufgegriffen. Angesichts von Kostensteigerungen, steigenden Publikationszahlen und dem Wandel der großen Wissenschaftsverlage zu datengetrieben Geschäftsmodellen wird dort vermehrt darüber nachgedacht, wissenschaftliche Publikationsinfrastrukturen in öffentlicher Hand zu nutzen, um Forschungsergebnisse frei zugänglich zu publizieren. Der Beitrag entwickelt eine hegemonietheoretische Lesart von digitaler Souveränität, die die damit verbundenen Auseinandersetzungen nicht als rein technische oder verwaltungs-politische Prozesse versteht, sondern als hegemoniale Kämpfe um die Kontrolle wissenschaftlicher Öffentlichkeiten. Im Zentrum steht die Analyse des Spannungs-verhältnisses zwischen wissenschaftlicher Autonomie und staatlicher Steuerung, das im Zuge der Reorganisation digitaler Publikationsinfrastrukturen greifbar wird. Der Beitrag plädiert für eine machtkritische Perspektive auf digitale Souveränität, die Fragen der institutionellen Einbettung und politischen Einflussnahme ernst nimmt und die Bedingungen für eine demokratisch legitimierte, communitybasierte Infrastrukturpolitik reflektiert.
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