Zwischen (selbst)bewusster Desintegration und multipler Ausgrenzung

Junge jüdische Literatur aus Polen und Deutschland

Autor/innen

  • Elisa-Maria Hiemer Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung

DOI:

https://doi.org/10.15460/apropos.5.1582

Schlagworte:

Jüdisches Leben, Polen, Deutschland, Neue Narrative, Selbstwahrnehmung

Abstract

Der Artikel zeichnet die jüngsten Debatten über den Stellenwert des Jüdischen innerhalb der jüdischen Gemeinschaft in Polen und Deutschland in drei verschiedenen Diskursbereichen nach: Aufbauend auf einer Skizzierung der Entwicklungsbedingungen jüdischer Kultur nach 1989 soll anhand von Interviews mit Jüdinnen und Juden der sogenannten dritten Generation der Prozess des sich wandelnden jüdischen Selbstverständnisses in beiden Ländern aufgezeigt werden. Diese Haltung wird ergänzt um einen Einblick in die jüdische Publizistik, die in zunehmendem Maße eine breite, nicht mehr auf die Shoah allein fokussierte Perspektive einnimmt. Daran anknüpfend möchte ich literarische Beispiele untersuchen, in denen das Jüdische nicht mehr als Deprivationsmerkmal verstanden wird. Die Autorinnen und Autoren suchen (mit teils fiktionalen Strategien) Wege zu einer Neupositionierung des Jüdischen in der jeweiligen Gesellschaft, womit sie gleichzeitig die vermeintliche Außenseiterposition infrage stellen.

Autor/innen-Biografie

Elisa-Maria Hiemer, Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung

Dr. Elisa-Maria Hiemer studierte Westslavistik, Romanistik und Osteuropäische Geschichte an den Universitäten Freiburg und Gießen. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung (Marburg). Neben ihrem neuen Projekt zu Geburtenregelungsdiskursen in Polen um die Jahrhundertwende ist sie seit 2010 in einem deutsch-polnisch-tschechischen Forschungsverbund zur Holocaustliteratur aktiv. Sie promovierte 2018 zur Vielfalt in der polnisch-jüdischen und deutsch-jüdischen Autobiographik der Gegenwart (cf. Hiemer 2019) und arbeitet daneben an der Herausgabe eines englischsprachigen Handbuchs zu den Holocaustliteraturen Ostmitteleuropas. Ein weiteres Forschungsgebiet ist die deutsch-polnische Rezeptionsgeschichte von Film und Literatur nach 1945.

Collage Jüdisches Leben in Polen und Deutschland (Quelle: Pixabay/Commongt/Tatutati)

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Veröffentlicht

2020-12-17

Zitationsvorschlag

[1]
Hiemer, E.-M. 2020. Zwischen (selbst)bewusster Desintegration und multipler Ausgrenzung: Junge jüdische Literatur aus Polen und Deutschland. apropos [Perspektiven auf die Romania]. 5 (Dez. 2020), 71. DOI:https://doi.org/10.15460/apropos.5.1582.

URN