Penser l'extrême droite en milieu rural

Un récit de deux France?

  • Dimitri Almeida Georg-August-Universität Göttingen
Schlagworte: Front national, Frankreich, Rechtsextremismus, ländlicher Raum, Wahlen

Abstract

Spätestens seit der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl von 2017 ist die Vorstellung eines tief zerrissenen Landes zum dominanten makrosoziologischen Deutungsrahmen geworden, um gesellschaftspolitische Entwicklungen im heutigen Frankreich einzuordnen. Das Duell zwischen dem wirtschafts- und sozialliberalen Emmanuel Macron und der rechtsextremen Marine Le Pen sei Ausdruck einer Konfliktlinie zwischen einer vorwiegend urbanen, gut ausgebildeten, digital vernetzten und mobilen Bevölkerung und sozial deklassierten Wählerschichten im ländlichen Frankreich, die sich als Verliererinnen von Europäisierungs- und Globalisierungsprozessen sehen. Auf der Grundlage von ethnographischen Arbeiten in einem kleinen Dorf in den Vogesen, in dem der Front National seit 2002 seine Wahlergebnisse mehr als vervierfacht hat, soll diese binäre Sichtweise mit alternativen Hypothesen zum Erfolg von Marine Le Pens Partei im ländlichen Frankreich nuanciert werden.

Autor/innen-Biografie

Dimitri Almeida, Georg-August-Universität Göttingen

Dimitri Almeida ist Lehrkraft für besondere Aufgaben am Seminar für Romanische Philologie der Georg-August-Universität Göttingen, wo er u.a. Frankreich- und Frankophoniestudien lehrt. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Laizität- und Immigrationsfragen im zeitgenössischen Frankreich. Er ist u.a. Autor von The impact of European integration on political parties: Beyond the permissive consensus (Routledge 2012) und Laizität im Konflikt: Religion und Politik in Frankreich (Springer VS 2017) und Autor verschiedener Studien über den Front National, die in Zeitschriften wie Modern & Contemporary France, French Cultural Studies und International Journal of Cultural Policy erschienen sind.

Traktor mit FN-Farben, der zum Anlass des politischen Meetings von Marine Le Pen in Brachay nach der Sommerpause am 3. September 2016 das Dorfzentrum blockierte. Foto und Rechte: Laurent Troude, mit freundlicher Genehmigung von Frédérique Roussel.
Traktor mit FN-Farben, der zum Anlass des politischen Meetings von Marine Le Pen in Brachay nach der Sommerpause am 3. September 2016 das Dorfzentrum blockierte. Foto und Rechte: Laurent Troude, mit freundlicher Genehmigung von Frédérique Roussel.
Veröffentlicht
2018-12-12
Zitation
[1]
Almeida, D. 2018. Penser l’extrême droite en milieu rural. apropos [Perspektiven auf die Romania]. 1 (Dez. 2018), 13-32. DOI:https://doi.org/10.15460/apropos.1.1261.
Rubrik
Dossier