Nach vier Jahren intensiver fachlichen Auseinandersetzung mit dem Zusammenleben der Familien und Bewohner:innen der Lenzsiedlung aus der Perspektive einer postmigrantischen Gesellschaft wird deutlich, dass durch eine unterproportionale Beteiligung von Männern die Darstellung ihrer Perspektiven in manchen Forschungsergebnissen begrenzt bleibt. Obwohl durchaus Erkenntnisse aus Interviews mit männlichen Jugendlichen und Erwachsenen in die Ergebnisdarstellung des Forschungsprojekts eingeflossen sind, können aufgrund der geringen Fallzahl zu manchen Themen kaum Aussagen zu Menschen mit dem Merkmal „männlich“ getroffen werden. Wie ist es möglich, dass diese Gruppe trotz vielfacher Thematisierung der mangelnden Erreichbarkeit und Versuche des Entgegenwirkens nicht ausreichend berücksichtigt werden konnte? Und welche Implikationen ergeben sich aus diesen Befunden für künftige Forschungsdesigns in ähnlichen Settings? Fünf strukturelle und methodische Aspekte werden diskutiert.
Autor/innen-Biografien
Sabina Stelzig, HAW Hamburg
Dr. Sabina Stelzig promovierte nach ihrem Abschluss in Soziologie über das Thema Frauenmigration und war an der Universität Hamburg und am Hamburgischen WeltwirtschaftInstitut (HWWI) als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Forschung und Lehre in den Bereichen Familie sowie Migration tätig. Ab 2012 war sie am Aufbau des Masters Angewandte Familienwissenschaften an der HAW Hamburg beteiligt und lehrt dort sowie im Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit Soziologie und empirische Methoden. Von 2018 bis 2022 forschte sie im Rahmen des BMBF-Projekts POMIKU zu „postmigrantischen Familienkulturen“.
Diana Lölsdorf, HAW Hamburg
Diana Lölsdorf, M.A., studierte Soziale Arbeit an der Fachhochschule Ostfriesland sowie Familienwissenschaften an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg. Nach langjähriger Leitungstätigkeit im Bereich frühkindliche Bildung arbeitete sie von 2018 bis 2022 als wissenschaftliche Mitarbeiterin der HAW Hamburg im BMBF-Forschungsprojekt POMIKU (postmigrantische Familienkulturen) und promoviert aktuell zum Thema zum Thema Bildungs- und Erziehungspartnerschaften in Kindertagesstätten.
Astrid Wonneberger, HAW Hamburg
PD Dr. Astrid Wonneberger ist Ethnologin und seit 2012 als Dozentin im Studiengang Angewandte Familienwissenschaften an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg sowie als Privatdozentin am Institut für Ethnologie der Universität Hamburg tätig. Nach mehrjährigen ethnographischen Feldforschungen in der irischen Diaspora in den USA und in den Dubliner Docklands liegen ihre akademischen Schwerpunkte auf den Themen Familie, Verwandtschaft und community, Migration, Diaspora, Ethnizität und ethnologische Stadtforschung. Von 2018 bis 2022 forschte sie im Rahmen des BMBF-Projekts POMIKU zu „postmigrantischen Familienkulturen“ in der Lenzsiedlung im Hamburger Bezirk Eimsbüttel.
Katja Weidtmann, HAW Hamburg
Prof. Dr. Katja Weidtmann war nach ihrem Studium der Psychologie und Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Universität Hamburg als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Medizinischen Fakultät sowie an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf beschäftigt. Hier promovierte sie auch mit einer Evaluationsstudie der Spezialambulanz „Hochbegabten-Zentrum“. Nach Tätigkeiten als Schulpsychologin in Niedersachsen und Hamburg sowie in einer Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie wurde sie 2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HAW Hamburg, baute dort den Weiterbildungsmaster Angewandte Familienwissenschaften mit auf und ist seit 2016 Professorin für Familienpsychologie und Familienberatung. Sie ist außerdem Leiterin des Masters Angewandte Familienwissenschaften und des Forschungsprojekts POMIKU.