Weiterentwicklung eines Service Learning-Konzepts mittels Design-Based Research
Identifikation von Designprinzipien zur Klimakommunikation zwischen Studierenden und Vereinen
DOI:
https://doi.org/10.15460/eder.10.1.2388Keywords:
Design-Based Research, Designprinzipien, Hochschuldidaktik, Klimakommunikation, Klimawandelanpassung, Service LearningAbstract
Gesellschaftliche Herausforderungen wie der Umgang mit Klimawandelfolgen erfordern innovative Ansätze, die in Gemeinschaften hineinwirken. Ein für den Studiengang Geographie entwickeltes Service Learning-Konzept zur Klimaanpassung für Vereine verbindet gesellschaftliches Engagement mit fachlichem Lernen. Studierende analysieren im Austausch mit Forschenden und Vereinsakteur:innen die spezifische Betroffenheit der Vereinstätigkeiten durch Klimafolgen und leiten mithilfe von Design Thinking passgenaue Anpassungsempfehlungen ab, die in Kurzfilmen kommuniziert werden.
Im Forschungsfokus stehen die hierbei zwischen Studierenden und Vereinsakteur:innen ablaufenden Kommunikationsprozesse: Welche spezifischen Charakteristika weist die stattfindende Klimakommunikation auf, und wie kann sie durch das konkrete didaktische Design des Service Learning-Konzepts optimiert werden? Zudem sollen übertragbare Designprinzipien zu Gelingensbedingungen von Klimakommunikation in Service Learning-Kooperationen abgeleitet werden. Unter Rückgriff auf den Design-Based Research-Ansatz wird das Konzept in vier Designzyklen iterativ entwickelt, erprobt und optimiert. Für diese Weiterentwicklung werden u. a. leitfadengestützte Interviews mit Studierenden und Vereinsakteur:innen geführt und inhaltsanalytisch ausgewertet.
Der Beitrag zeichnet die Entwicklung von Designprinzipien zur Klimakommunikation nach. Zentrale Erkenntnis ist, dass die Anerkennung gegenseitiger Expertise auf Augenhöhe wesentlich für gelingende Kommunikation ist. Um Wissensbestände gemeinsam erweitern zu können, bedarf es zunächst einer expliziten Bewusstmachung. Zudem ist eine gemeinsame Vereinbarung ko-konstruktiver Entwicklungsarbeit als transparente Zielsetzung notwendig. Die initial aus der Fachliteratur (z. B. Prutsch et al., 2014, Monroe et al., 2017, Schrader, 2022) abgeleiteten Designprinzipien von Klimakommunikation „Wissenschaftsbasierung“, „Spezifität & Passung“, „Verständnis & Vertrauen“ sowie „Ko-Kreativität“ können forschungsbasiert um die weiteren Designprinzipien “Bewusstmachung”, „Ko-Konstruktion neuer Wissensbestände“, „Anerkennung gegenseitiger Expertise“ sowie „Transparenz der Ziele“ ergänzt werden. Durch das Service Learning-Konzept werden, wie für eine transformative Klimakommunikation gefordert, in transdisziplinären Kooperationen konkrete und passgenaue Handlungsoptionen angeregt. Ob eine langfristige Integration in die Vereinsarbeit erfolgt, muss durch Folgestudien ermittelt werden.
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