Sarg und Grabmal – Wechselspiele zwischen Repräsentation und Verhüllung

Autor/innen

  • Andreas Ströbl

Schlagworte:

Tod, Bestattung, Trauer, Erinnerung

Abstract

Die christliche Bestattungskultur ist unter anderem geprägt von den Spannungsbögen Umbruch und Beharrung sowie Diskretion und Präsentation. Deutlich sticht auch eine Dichotomie aus gleichzeitiger Ablehnung und Überhöhung des Leiblichen hervor. Sarg und Grabmal kommen dabei sowohl verhüllende als auch repräsentierende Aufgaben zu. Beide dienen als Statussymbole innerhalb der Memorialkultur sozialer Eliten. Inschriftenprogramme und mitunter reiche Ornamentik unterstützen diese Funktionen, wobei aufrichtige Frömmigkeitsaspekte nicht übersehen werden dürfen.

Der Schutz des Leichnams ist ein zentraler Gesichtspunkt frühneuzeitlicher Gruftbestattungen – sind doch Gruft und Grab weniger Orte des Verfalls als vielmehr Auferstehungsorte, die auf den Jüngsten Tag hin ausgerichtet sind. Inwieweit bauliche Besonderheiten bei manchen Holzsärgen praktische oder rituelle Hintergründe haben, gilt es noch zu erforschen.

Eine spezielle Form des Grabmals ist das Kenotaph, ein Scheingrab ohne Leichnam, das aber durch seinen Memorialcharakter eine besondere Wirkmächtigkeit entfaltet. Am Beispiel des dänischen Königs Friedrich I. lässt sich ablesen, welche Botschaften Kenotaphe übertrugen und im Falle Bordesholm zusammen mit dem Interieur einer Klosterkirche Teil eines Gesamtkunstwerks werden konnten.

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Veröffentlicht

2017-07-11

Zitationsvorschlag

Ströbl, A. (2017). Sarg und Grabmal – Wechselspiele zwischen Repräsentation und Verhüllung. Ethnoscripts, 19(1). Abgerufen von https://journals.sub.uni-hamburg.de/ethnoscripts/article/view/1097

URN