Der Elefant in der französischen Literatur – von der kolonialen Ausbeutung zur affektiven Verbundenheit

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DOI:

https://doi.org/10.15460/wrye5064

Schlagwörter:

Elefant, französische Literatur, Ökokritik, Kolonialkritik, Affekte

Abstract

Der Beitrag geht der Figur des Elefanten in der französischen Literatur nach. Nachdem der Elefant früher als emblematisches Tier für Macht und Stärke galt und allegorisch gedeutet wurde, zeigen sich in der Moderne zwei Tendenzen: zum einen wird das Tier domestiziert, orientalisiert und kolonialen Zivilisierungsprozessen unterworfen; zum anderen wird sein Lebensrecht seit Mitte des 20. Jahrhundert zunehmend anerkannt und literarisch für sein Überleben und gegen die Ausbeutung und Tötung gekämpft. Der Elefant wird so erneut allegorisch gedeutet, nunmehr als Allegorie der Zerstörung der Natur. Die erste Linie wird postkolonial gelesen, die zweite in ökokritischer Perspektive. Analysebeispiele sind der orientalisierenden Reisebericht Éloge de l‘éléphant (1872) von Jules Brossard de Corbigny, Jean de Brunhoffs Histoire de Babar le petit éléphant (1931); Romain Garys Roman Les racines du ciel (1956), der als Beginn einer littérature écocritique gilt. Das Motiv des Kampfs gegen Wilderer und Elfenbeinschmuggler wird analysiert in Iviore (2019) von Niels Labuzan und Véronique Delamarre Bellégos A la recherche des éléphants perdus (2011), sowie Laura Trompettes La Révérence de l‘éléphant (2022), wo die Elefanten nicht nur den Katalysator für das ökologische Engagement der Protagonisten bilden, sondern auch für eine neue Emotionalität.

Autor/innen-Biografie

  • Gisela Febel, Universität Bremen

    Gisela Febel ist Professorin em. für Romanistik/Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Bremen. Sie ist Gründungsmitglied des INPUTS (Institut für Postkoloniale und Transkulturelle Studien) und der interdisziplinären Verbundforschungsplattform WOC (Worlds of Contradiction), Mitglied der Faculty des DFG-Graduiertenkollegs Contradiction Studies, sowie des Research Centers Digital Diaspora und des Forschungslabors Pluriversale Erinnerungskulturen. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen postkoloniale und transkulturelle Literaturen, Diaspora Studies, Narrativik und Lyrik der Gegenwart, Literaturen der Frühen Neuzeit, und transmediale Ästhetik. Sie ist Herausgeberin der Reihe FOLIES (Forum der Literaturen Europas). 2009 erhielt sie den französischen Verdienstorden für Kultur, Chevalier de l’Ordre des Palmes Académiques.

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2026-04-21

Akzeptiert

2026-06-05

Veröffentlicht

2026-06-30

Zitation

[1]
Febel, G. 2026. Der Elefant in der französischen Literatur – von der kolonialen Ausbeutung zur affektiven Verbundenheit. apropos [Perspektiven auf die Romania]. 16 (Juni 2026), 118–165. DOI:https://doi.org/10.15460/wrye5064.